Die USA hatten den Verdächtigen der Anschläge in New York 2001 auf dem isolierten Marinestützpunkt Guantánamo infhaftiert. Jetzt soll er bald vor Gericht.
Ein US-Militärrichter hat den Prozess gegen Khalid Sheikh Mohammed und drei weitere mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 für den 5. Juni 2028 angesetzt.
Khalid Sheikh Mohammed galt vor seiner Festnahme im März 2003 in Pakistan als einer der wichtigsten Stellvertreter von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden. Der mutmaßliche Islamist ist seit Mohammad ist seit 2006 in Guantanamo inhaftiert.
Der Prozesstermin liegt 18 Monate nach dem Datum, das die Staatsanwaltschaft vorgeschlagen hatte. So bleibt mehr Zeit, Streitfragen vor Prozessbeginn zu klären, beispielsweise welche Beweise zugelassen werden.
Die US-Behörden versuchen seit mehr als zwei Jahrzehnten, den Fall vor Gericht zu bringen. Auch der Prozess 2028 könnte sich noch verzögern, falls Fristen im Vorverfahren nicht eingehalten werden. Ein früherer Termin für 2021 war gestrichen worden.
Khalid Sheikh Mohammed soll den Plan ausgearbeitet haben, Linienflugzeuge zu entführen und in das World Trade Center und das Pentagon zu steuern. Eine vierte entführte Maschine stürzte auf ein Feld in Pennsylvania. Bei den Anschlägen starben fast 3.000 Menschen.
Gescheiterte Verständigung im 9/11-Verfahren
Mohammed steht gemeinsam mit drei mutmaßlichen Helfern vor Gericht: Walid bin Attash, Ali Abdul Aziz Ali und Mustafa al-Hawsawi. Sie sollen die Anschläge organisiert oder unterstützt haben.
Ein Bundesberufungsgericht der USA lehnte im vergangenen Jahr eine Vereinbarung ab, nach der Khalid Sheikh Mohammed ein Schuldgeständnis ablegen und einer möglichen Hinrichtung entgehen sollte.
Das Abkommen hätte für den Hauptverdächtigen und zwei Mitangeklagte lebenslange Haft ohne Bewährung bedeutet. Es hätte sie außerdem verpflichtet, Fragen von Angehörigen der Opfer zu beantworten. Die Regierung von Präsident Joe Biden verwarf die Einigung später nach zwei Jahren der Verhandlungen.
Zentraler Streitpunkt ist, ob die Angeklagten nach ihrer Folter in CIA-Gewahrsam überhaupt einen fairen Prozess bekommen können. Der Deal hätte manche dieser Konflikte entschärft.
Mohammed und seine drei mutmaßlichen Helfer gehören zu den letzten Gefangenen auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba.
Auf dem Stützpunkt waren zur Hochphase rund 800 Menschen inhaftiert. Viele wurden im Laufe der Jahre in andere Staaten überstellt. Nur ein kleiner Teil ist noch dort.