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Wie Spielzeug "cybersicher" gemacht wird - am Beispiel von LEGO

Mit Unterstützung von The European Commission
Wie Spielzeug "cybersicher" gemacht wird - am Beispiel von LEGO
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Von Andrea Bolitho
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Business Planet kommt dieses Mal aus dem dänischen Billund. Wir schauen uns an, wie LEGO sein Spielzeug auf Herz und Nieren prüft.

Ein stiller Held des Alltags - Normen untermauern die Sicherheit von so ziemlich allem, was wir kaufen und benutzen - von Lebensmitteln über medizinische Geräte bis hin zu Spielzeug. Business Planet kommt dieses Mal aus dem dänischen Billund. Dort hat LEGO seinen Sitz. Das 1932 von Ole Kirk Kristiansen gegründete Unternehmen, das auf dem legendären LEGO Stein basiert, ist einer der weltweit führenden Hersteller von Spielmaterial.

"Wir wollen die Baumeister von morgen inspirieren und fördern. Es liegt uns sehr am Herzen, dass sie sicher spielen können."
Christian Wetterberg
Weltweiter Leiter Produktsicherheit und Compliance LEGO Group

In Dänemark testet das Unternehmen nicht nur die materiellen Eigenschaften seiner berühmten Steine, sondern arbeitet auch daran, wie man die Cybersicherheitsprobleme beim wachsenden Angebot vernetzter Spielzeuge angeht.

"Hier führen wir alle internen Tests durch, um die mechanische und physikalische Sicherheit unserer Produkte zu gewährleisten", erklärt der weltweite Leiter Produktsicherheit und Compliance Christian Wetterberg. "Duplo-Produkte sind für Kinder unter 3 Jahren bestimmt, es dürfen keine Kleinteile abgehen, das Kleinkind könnte daran ersticken. Auf dem Fließband, wo diese Figur zusammengebaut wurde, zieht die Maschine den Kopf mit einer Kraft, die höher ist als die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen."

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Die Reporterin lässt sich von Christian Wetterberg die verschiedenen Test-Verfahren erkläreneuronews

Spielzeug mit digitalen Elementen schaffen neue Herausforderungen

Sprachgesteuerte Puppen sind umstritten, sie haben die Risiken von vernetztem Spielzeug aufgezeigt: unsichere Bluetooth-Verbindungen führten dazu, dass die Gespräche von Kindern aufgezeichnet wurden und die Spielzeuge gehackt werden konnten. Wie geht Lego mit diesen Problemen um?

"Wir entwickeln und produzieren seit einigen Jahren vernetzte Spielzeuge, es gibt eine Reihe von etablierten Sicherheits- und Compliance-Prozessen", antwortet Tim Taylor-Bowden, leitender Technologie-Architekt bei LEGO. 

"Bei Lego geht es vorrangig um die Sicherheit von Kindern und um den Datenschutz. Es gibt standardmäßig viele Verfahren, die unsere Produkte sicher machen, bevor die Gesetzgebung überhaupt ins Spiel kommt. Zum Beispiel sammeln unsere vernetzten Spielzeuge derzeit keine Daten von den Nutzern."

Er erklärt das Prinzip an der Super-Mario-Reihe: "Wir haben das Spielzeug so konzipiert, dass nur bestimmte Daten verarbeitet werden können. Die einzigen Dateien, die auf Lego Super Mario gespeichert werden dürfen, sind die von uns erstellten Dateien, mit denen Marios Mimik, seine Stimme und die Soundeffekte des Spiels gesteuert werden."

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Im Super-Mario-Spielstein dürfen nur bestimmte Daten gespeichert seineuronews

Standards sorgen für Sicherheit und Innovation

Standards sind technische Beschreibungen der Art und Weise, wie etwas hergestellt werden oder funktionieren sollte, z. B. Filtereigenschaften von Gesichtsmasken oder Anschlussmöglichkeiten von Mobiltelefonen. Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass ein Produkt dem EU-Recht entspricht und im Binnenmarkt verkauft werden darf.

Die Europäische Kommission arbeitet am "Cyber Resilience Act". Mit soliden Cybersicherheitsstandards will Europa die Herausforderungen der digitalen Revolution und des grünen Wandels bewältigen.

"Standards sind eine Quelle der technischen Entwicklung. Cybersicherheit, Daten, Cloud Computing und sogar künstliche Intelligenz basieren auf der Existenz von Standards. Nehmen wir zum Beispiel die Cybersicherheit: Das ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die man managen muss, um das Risiko eines Cyberangriffs zu minimieren. Es gibt internationale Standards zur Cybersicherheit, die konkrete Schritte vorschreiben", erläutert Sebastiano Toffaletti, Generalsekretär, European DIGITAL SME Alliance"Das Schöne an Standards ist, dass sie eine neutrale Technologieebene bieten. Jeder kann darauf aufbauen, es ist eine Möglichkeit, Wissen und Technologie zu teilen. Jeder, der Standards verwendet, kann darauf aufbauend neue Dinge entwickeln."

Wie kann der Verbraucher sichergehen?

Doch wie streng Normen auch sein mögen, Schlupflöcher für gefälschte Produkte bleiben. Es gibt gewisse Punkte, auf die der Verbraucher achten sollte, so Christian Wetterberg:

"Unser System basiert darauf, dass der Hersteller die Einhaltung der Vorschriften zusichert und die Marktüberwachung diese überprüft. Aber wie kann der Verbraucher sichergehen? Man sollte darauf achten, wo man seine Produkte kauft, vielleicht nicht auf der unbekannten Website, von der man das Spielzeug zu einem sehr niedrigen Preis importieren kann."

Normen sind ein Fundament des Binnenmarktes. Europa muss sicherstellen, dass es bei der Gestaltung künftiger Richtlinien von Anfang an dabei ist und eine ganz neue Generation von Normungs-Experten aufbaut.

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