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Ölpreise und Börsen suchen Richtung bei widersprüchlichen Signalen aus Iran und USA

Archivfoto: Rohöllagertanks in Baltimore am Dienstag, 17. März 2026.
Archivaufnahme vom Dienstag, 17. März 2026: Rohöllager in Baltimore. Copyright  AP Photo/Stephanie Scarbrough
Copyright AP Photo/Stephanie Scarbrough
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Iran-Konflikt ohne Entspannung: Ölpreise ziehen an, Nordsee-Sorte Brent notiert am Donnerstagmorgen über 106 US-Dollar je Barrel.

Nach einem freundlichen Handelstag an Europas Börsen am Mittwoch mit Kursgewinnen der Leitindizes zwischen 1,3 und 1,6 Prozent ist am Donnerstag Ernüchterung eingekehrt.

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Die wichtigsten europäischen Indizes starteten mit Verlusten von 0,4 bis 0,8 Prozent. Zuvor hatten die Börsen in Asien deutliche Abgaben verzeichnet. Hintergrund sind widersprüchliche Signale aus Iran und Washington zum Stand der diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs.

„Anleger haben in dieser Woche sehnsüchtig auf eine Waffenruhe im Nahen Osten gewartet, doch erneut kommen gemischte Botschaften aus den USA und aus Iran, die die Märkte verunsichern“, sagte Dan Coatsworth, Marktstratege beim Broker AJ Bell.

„Der Schwung an den wichtigsten europäischen Aktienindizes ist dahin, der Ölpreis zieht an. Für Anleger bleibt es deshalb ein Spiel des Wartens“, so Coatsworth weiter.

US-Präsident Donald Trump erklärte, eine Einigung zur Beendigung des Kriegs mit Iran sei in Reichweite – obwohl Teheran seinen 15-Punkte-Plan für eine Waffenruhe zurückgewiesen hat und Tausende US-Soldaten auf dem Weg in den Nahen Osten sind, möglicherweise für einen Einsatz im Iran.

Die Führung in Teheran legte eigene Vorschläge vor, gleichzeitig feuerte das iranische Militär Raketen auf Israel.

Iran hat die strategisch wichtige Straße von Hormus de facto blockiert. Nun versucht die Führung, ihre Kontrolle über die Meerenge formell festzuschreiben und Gebühren von Schiffen zu verlangen, die sie ungehindert passieren wollen.

Im Verlauf des Donnerstags weiteten die europäischen Aktienindizes ihre Verluste aus.

In London verlor der Leitindex FTSE zuletzt 0,8 Prozent, in Paris gab der CAC 40 fast 0,7 Prozent nach. Der DAX in Frankfurt lag knapp eine Stunde nach Handelsstart 1,2 Prozent im Minus.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise ziehen erneut an: Die Nordseesorte Brent, die als internationale Referenz gilt, steigt bis zehn Uhr MEZ um rund 4 Prozent auf über 106 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI gewinnt etwa 4 Prozent auf rund 94 Dollar je Barrel.

Ein Grund ist, dass Iran die Straße von Hormus weitgehend blockiert hält. Iranische Medien berichten außerdem, Teheran arbeite an einem Gesetz, das Durchfahrtsgebühren für Schiffe in der Meerenge vorsieht.

Die den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim zitierten den Abgeordneten Mohammadreza Rezaei Kouchi mit den Worten, das Parlament verfolge einen Plan, mit dem Iran seine Souveränität, Kontrolle und Aufsicht über die Straße von Hormus gesetzlich festschreiben und über die Erhebung von Gebühren eine neue Einnahmequelle schaffen wolle.

Die Straße von Hormus an der schmalen Mündung des Persischen Golfs gilt bislang als internationale Wasserstraße, die allen Schiffen offensteht.

Gebühren würden diesen Status faktisch beenden und dürften auf heftigen Widerstand der arabischen Golfstaaten, der USA und weiterer Länder stoßen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet unter Berufung auf informierte Kreise, die US-Regierung prüfe in Modellen extremer Szenarien, wie sich ein möglicher Ölpreis von 200 Dollar auf die US-Wirtschaft auswirken würde.

Börsen und Währungen geben nach

Auch in Asien schlossen die Aktienmärkte am Donnerstag im Minus. In Tokio verlor der Nikkei 225 0,8 Prozent, Südkoreas Kospi gab 3,3 Prozent nach, der Hang-Seng-Index in Hongkong fiel um 1,9 Prozent.

Der Goldpreis setzte seine Talfahrt fort. Bereits zu Wochenbeginn hatte das Edelmetall deutlich an Wert verloren.

Am Morgen lag der Preis je Feinunze in Europa mehr als 2,7 Prozent niedriger bei rund 4.430 Dollar.

Auch Kryptowährungen standen flächendeckend unter Druck, mit Verlusten zwischen 1,3 und 4 Prozent. Der CoinDesk Bitcoin Price Index notierte am Morgen in Europa 1,3 Prozent tiefer bei 69.896 Dollar.

Am Devisenmarkt legte der US-Dollar gegenüber Euro und britischem Pfund zu. Der Euro kostete 1,1558 Dollar, das Pfund 1,3351 Dollar. Der Yen hielt sich zum Greenback stabil bei rund 159,46 Yen.

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