Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Ölpreis fällt auf Dreimonatstief wegen Hoffnung auf Öffnung der Straße von Hormus

Archivaufnahme: Leere Öltanks in einer großen BP-Raffinerie in Gelsenkirchen, Deutschland, am Mittwoch, dem ersten April 2026.
Archivbild: Leere Öltanks in einer großen BP-Raffinerie in Gelsenkirchen, Deutschland, Mittwoch, 1. April 2026. Copyright  AP Photo/Martin Meissner
Copyright AP Photo/Martin Meissner
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Ölpreise fallen unter 80 Dollar je Barrel. Händler rechnen damit, dass die Blockade der Straße von Hormus endet und Lieferungen aus der Region wieder zunehmen.

Die Ölpreise sind am Mittwoch weiter gefallen. Die Referenzsorte Brent notierte erstmals seit Anfang März deutlich unter 80 Dollar je Barrel. An den Märkten hält der Optimismus an, seit die USA und der Iran ein Übergangs-Friedensabkommen geschlossen haben. Es soll dazu führen, dass die Straße von Hormus bis Ende der Woche wieder öffnet.

WERBUNG
WERBUNG

Die Aussicht auf wieder anlaufenden Schiffsverkehr durch die Meerenge hat die Angst vor länger anhaltenden Ausfällen von Energieexporten aus dem Golf etwas gedämpft. Die Region ist eine zentrale Quelle für Öl und verflüssigtes Erdgas auf dem Weltmarkt.

Die strategische Schifffahrtsroute ist seit Beginn des Kriegs gegen den Iran am 28. Februar de facto geschlossen. In der Spitze trieb das den Brent-Preis auf fast 120 Dollar je Barrel und verteuerte Energie weltweit. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, die Meerenge werde bis Freitag vollständig geöffnet sein und ohne Transitgebühren arbeiten.

Brent zur Lieferung im kommenden Monat kostete gegen sieben Uhr MEZ 78,37 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI notierte zur selben Zeit bei 75,45 Dollar je Barrel. Europäisches Erdgas wurde am Mittwochmorgen unter 42 Euro je Megawattstunde gehandelt.

Der Krieg gegen den Iran und die faktische Schließung der Straße von Hormus haben nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) die größte Angebotsstörung in der Geschichte des weltweiten Ölmarkts ausgelöst.

Der Brent-Preis ist von seinem Niveau von mehr als 100 Dollar vor wenigen Wochen deutlich gefallen. Innerhalb eines Monats hat er damit über 33 Prozent verloren, weil sich die Markterwartungen abrupt gedreht haben. Dennoch könnte es Monate dauern, bis die Energiebranche wieder vollständig hochfährt.

Viele Analysten bleiben vorsichtig. In den Verhandlungen stehen noch große Streitpunkte im Raum, etwa der Umgang mit dem iranischen Atomprogramm. An der Wall Street hoffen viele jedoch, dass das Abkommen den Konflikt langfristig entschärft, der die Inflation weltweit verschärft hat.

Unklar ist zudem, wie schnell die Produktion in der Region wieder anziehen kann. In der verflüssigten Erdgasproduktion richtet sich der Blick vor allem auf den Industriekomplex Ras Laffan in Katar. Er ist der weltweit größte LNG-Exportknoten. Berichte über erhebliche Schäden an den Anlagen dort machen weiter die Runde.

Was Europa erwartet

In einer früheren Analyse hat Euronews erläutert, warum die Energiepreise in Europa nach einem Kriegsende nicht schnell und deutlich sinken dürften – selbst wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

Europa ist deutlich betroffen, obwohl nur ein kleiner Teil seines Öls und Gases direkt durch die Straße von Hormus kommt. Der Kontinent importiert jedoch 80 bis 85 Prozent seines Öls insgesamt und orientiert sich an den internationalen Referenzpreisen, vor allem an Brent-Rohöl, das sich durch die Krise stark verteuert hat.

„Selbst wenn dieser Frieden morgen käme, werden wir auf absehbare Zeit nicht zur Normalität zurückkehren“, sagte EU-Energiekommissar Dan Jørgensen Anfang April.

Damit die Preise im gesamten Block klar zurückgehen, müssen auch die Kriegsrisikoprämien für Versicherungen und die Frachtraten für Tanker fallen, denn beide Faktoren sind zentrale Bestandteile der Lieferkosten für Rohöl.

Und obwohl die Frachtraten offenbar nicht weiter steigen, gibt es bislang kaum Anzeichen für einen deutlichen Rückgang. Gleichzeitig zeigen mehrere Schifffahrtsberichte, dass Versicherer erst auf Belege warten, dass die Straße sicher betrieben werden kann, bevor sie das Risiko neu bepreisen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Japans Notenbank erhöht Leitzins auf höchsten Stand seit drei Jahrzehnten

PwC-Studie: Menschliche Fähigkeiten werden im von KI geprägten Arbeitsmarkt wichtiger

Trump droht wegen Digitalsteuer mit 100-Prozent-Zoll auf französischen Wein und Champagner