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Waldbrandwelle in Spanien: Mehr als 3 Milliarden Euro nur für Löscharbeiten

Verbrannte Fahrzeuge stehen noch auf einem Parkplatz in Chapinería in der Provinz Madrid am 27. Juli 2026.
Ausgebrannte Fahrzeuge stehen noch am 27. Juli 2026 auf einem Parkplatz in Chapinería in der Provinz Madrid. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Rafael Salido
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Spanien drohen nach den schweren Waldbränden Kosten in Milliardenhöhe. Betroffen sind nicht nur Wälder und Ökosysteme, sondern auch Tourismus, Landwirtschaft und Viehbetriebe.

Noch immer sind Hunderte Feuerwehrleute in Madrid, Ávila und Toledo im Einsatz, um den schlimmsten registrierten Waldbrand in der Geschichte Spaniens zu bekämpfen. Wie stark der Staatshaushalt in diesem Jahr letztlich belastet wird, lässt sich noch nicht genau beziffern. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Rechnung wird hoch.

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Der Greenpeace-Bericht "Grandes incendios forestales", der auf Daten der Asociación Nacional de Empresas Forestales (Asemfo) basiert, schätzt die Ausgaben der spanischen Regierung für die Brandbekämpfung im vergangenen Jahr auf 3.548 bis 6.741 Millionen Euro. Nach Angaben des Innenministeriums zerstörten die Feuer landesweit rund 354.793 Hektar Wald- und Buschfläche. Insgesamt wurden 8.189 Brände registriert.

Wie hoch die Kosten genau ausfallen, hängt von den zugrunde gelegten Richtwerten ab. Die Forstagentur von Navarra veranschlagt 10.000 Euro pro Hektar, Asemfo etwa 19.000 Euro. Beide Berechnungen erfassen jedoch nur die durchschnittlichen Kosten der Löscharbeiten. Die Wiederherstellung der zerstörten Flächen ist darin nicht berücksichtigt.

Nach dem jüngsten Zwischenbericht des Ministeriums für den ökologischen Wandel sind seit Jahresbeginn bereits 172.396 Hektar Waldfläche in Spanien von Bränden betroffen. Das entspricht fast der Hälfte der Gesamtfläche, die 2025 landesweit verbrannt ist. Allein die Kosten für die bisherigen Löscharbeiten könnten demnach zwischen 1.723 und 3.275 Millionen Euro liegen.

Dabei handelt es sich ausschließlich um die Ausgaben für die Brandbekämpfung. Die Renaturierung der betroffenen Landschaften "ist in der Regel teurer als das Löschen selbst", sagte Ana Belén Noriega, Dekanin des Colegio Oficial de Ingenieros Técnicos Forestales (COITF), gegenüber "Infobae".

Zur Einordnung: Das Europäische Parlament hat Spanien in diesem Monat Nothilfen in Höhe von 120,55 Millionen Euro bewilligt. Damit sollen Schäden durch Dürren, Hitzewellen und Waldbrände ausgeglichen werden.

Prävention statt Brandbekämpfung

Nach Schätzungen von Asemfo, die auf Daten des Ministeriums für den ökologischen Wandel beruhen, fließt ein erheblicher Teil der öffentlichen Mittel gegen Waldbrände in die akute Brandbekämpfung. Für vorbeugende Maßnahmen steht deutlich weniger Geld zur Verfügung.

"Wahrscheinlich liegen wir wieder bei ähnlichen Summen wie in den Vorjahren, insgesamt bei etwa 1.200 bis 1.300 Millionen Euro. Rund 400 Millionen davon gehen in die Brandbekämpfung", sagte Miguel Ángel Duralde, Präsident von Asemfo, dem Radiosender "Ser". Etwa 800 Millionen Euro entfielen demnach auf Präventionsmaßnahmen. Die Berechnung beruht auf offiziellen Angaben der zuständigen Verwaltungen an das Ministerium und ist deshalb nur als Annäherung zu verstehen.

Duralde warnt vor enormen Verlusten und betont: "Waldbrände werden im Winter gelöscht." Er plädiert für deutlich höhere Investitionen in die Prävention. Nach seinen Berechnungen spart jeder Euro, der in Vorsorge fließt, später rund 100 Euro bei den Löscharbeiten.

"Die Landschaft wird sich massiv verändern: die Qualität und Menge des Wassers, die Biodiversität, die wir verlieren, die Ressourcen an Holz, Pilzen oder Harzen, der geschädigte Boden, der sich nur langsam regeneriert und erst dann wieder ein Ökosystem wie das bisherige tragen kann. Das Verhältnis liegt bei eins zu hundert", sagte Duralde.

Der Experte hält jährliche Investitionen von rund 3.000 Millionen Euro für notwendig. In Spanien bedecken Waldflächen mehr als die Hälfte des Staatsgebiets. Das Geld solle "nicht für den Kauf von Flugzeugen, sondern für Waldmanagement" verwendet werden. "So würden wir nach und nach spürbare Veränderungen feststellen, die sich auf die Entwicklung der Brände auswirken", erklärte er.

Pferde grasen nahe eines von einem Waldbrand zerstörten Gebietes bei Hoyo de Pinares in der Provinz Madrid am 25. Juli 2026.
Pferde grasen nahe eines von einem Waldbrand zerstörten Gebietes bei Hoyo de Pinares in der Provinz Madrid am 25. Juli 2026. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Tourismus und Landwirtschaft betroffen

Waldbrände richten nicht nur enorme ökologische Schäden an, sondern belasten auch die Wirtschaft. Eine Studie (Quelle auf Spanisch), die 2023 im "Journal of Environmental Economics and Management" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass das jährliche BIP-Wachstum in von Großbränden betroffenen Regionen Südeuropas um 0,11 bis 0,18 Prozentpunkte sinkt. In besonders schweren Jahren könne sich der kumulierte Rückgang auf 3,3 bis 4,8 Prozent belaufen.

Auch auf die Beschäftigung im Tourismus haben die Feuer direkte Folgen. Branchen wie Transport, Beherbergung und Gastronomie verzeichnen laut Studie ein um 0,09 bis 0,15 Prozentpunkte geringeres jährliches Wachstum. Für Südeuropa insgesamt entspricht das schätzungsweise 5.700 bis 9.600 Arbeitsplätzen pro Saison.

Vor diesem Hintergrund hat das Arbeitsministerium ein Paket außerordentlicher Maßnahmen vorbereitet. Es soll Beschäftigte schützen, die wegen der Waldbrände nicht an ihren Arbeitsplatz gelangen können. Der Staat soll in diesem Zeitraum die vollständigen Lohnkosten übernehmen, einschließlich Gehältern und Sozialversicherungsbeiträgen. Damit sollen sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen vor den wirtschaftlichen Folgen der Notlage geschützt werden.

Unmittelbar betroffen ist auch die Landwirtschaft. Innenminister Fernando Grande-Marlaska ordnete am Montag an, sämtliche Erntearbeiten mit schwerem Gerät in der Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in den Provinzen Ávila und Toledo auszusetzen, solange der wegen der Waldbrände verhängte Notstand gilt.

Zudem sind vor allem im Zentrum der Iberischen Halbinsel Tausende Tiere verendet oder von der Außenwelt abgeschnitten. Vielen fehlt der Zugang zu Wasser und Futter. Die Region Madrid hat deshalb beschlossen, landwirtschaftliche Betriebe finanziell zu unterstützen, die vom Brand in der westlichen Sierra der Autonomen Gemeinschaft betroffen sind.

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