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Studie überrascht: Eisbären auf Spitzbergen nehmen zu statt ab

Das Foto zeigt einen Eisbären auf Meereis in der goldenen Stunde.
Die Aufnahme zeigt einen Eisbären auf Meereis in der goldenen Stunde. Copyright  Trine Lise Sviggum Helgerud / Norwegian Polar Institute
Copyright Trine Lise Sviggum Helgerud / Norwegian Polar Institute
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Vorübergehend erleichtert die Eisschmelze Eisbären die Jagd. Sie finden Beute leichter. Forschende warnen: Bald könnte das den Beständen schaden.

Im Jahr 2015 ging das Foto eines „erschreckend abgemagerten“ Eisbären um die Welt. Es löste eine Debatte aus, wie der menschengemachte Klimawandel die Art in Richtung Aussterben drängt.

Für den abgemagerten Bären, dessen Bild in den ersten zwei Monaten mehr als 52.000 Mal geteilt wurde, gab es keinen Beleg, dass sein Untergewicht direkt auf die Erderwärmung zurückging. Eisbären gelten laut IUCN als gefährdet.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 prognostiziert bis 2100 lokale Auslöschungen von Eisbären in Teilen der Arktis, selbst wenn die Treibhausgasemissionen sinken.

Rund um die norwegische Insel Spitzbergen sieht es für die Eisbären jedoch anders aus.

Werden die Eisbären auf Spitzbergen dicker?

Eine neue Studie in Scientific Reports zeigt: Der „Körperzustand“ der Eisbären auf Spitzbergen hat sich verbessert, obwohl das Meereis in den umliegenden Gewässern stark zurückgegangen ist. Das widerspricht früheren Beobachtungen, wonach schrumpfende Bestände mit schmelzendem Eis einhergehen.

Im Gebiet der Barentssee um Spitzbergen stieg die Temperatur seit 1980 pro Jahrzehnt um bis zu zwei Grad Celsius. Eine Zählung aus dem Jahr 2004 ergab rund 2.650 Eisbären in der Barentssee, und bis vor Kurzem schien die Population nicht zu schrumpfen.

Forscher Jon Aars und sein Team gingen der Frage nach, warum die Population stabil blieb. Grundlage waren Körpermessdaten aus den Jahren 1992 bis 2019. Sie verglichen Veränderungen im Body Composition Index (BCI), der als Hinweis auf Fettreserven und Kondition gilt.

Das Team stellte fest: Innerhalb von 27 Jahren nahm die Zahl eisfreier Tage um etwa 100 zu. Zugleich kletterte der durchschnittliche BCI der erwachsenen Tiere nach dem Jahr 2000. Einfach gesagt: Mit weniger Eis wuchsen die Fettreserven.

Wie schmelzendes Eis Eisbären beeinflusst

Fachleute erklären das mit der Erholung landbasierter Beutetiere, die der Mensch früher übernutzt hat – etwa Rentiere und Walrosse.

Eine weitere Erklärung: Der Verlust des Meereises könnte dazu führen, dass Beutetiere wie Ringelrobben sich auf kleinere Eisflächen konzentrieren. Das macht die Jagd für Eisbären effizienter.

Die Autoren warnen jedoch: Geht das Meereis weiter zurück, könnte das den Bestand auf Spitzbergen belasten. Die Tiere müssten längere Wege zu ihren Jagdgebieten zurücklegen. Ähnliches wurde bei anderen Eisbärpopulationen bereits beobachtet.

Deshalb wollen Forschende genauer untersuchen, wie sich verschiedene Eisbärpopulationen an eine wärmere Arktis anpassen.

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