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Florida: Darum fallen dort erstarrte Echsen vom Himmel

Eine durch die Kälte benommene Echse liegt regungslos auf einem Hausdeck am Sonntag, dem 1. Februar 2026, in South Miami, Florida.
Eine durch die Kälte benommene Echse liegt regungslos auf einem Hausdeck am Sonntag, dem 1. Februar 2026, in South Miami, Florida. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Im sonst so sonnigen US-Bundesstaat Florida herrschen derzeit ungewöhnlich niedrige Temperaturen – so kalt, dass der "Sunshine State" seinem Namen kaum gerecht wird. Das hat Auswirkungen auf die dort eingewanderten Leguane.

In einigen Regionen Floridas klettern die Temperaturen derzeit nur noch knapp über den Gefrierpunkt, nachts sanken sie örtlich unter null. In der Tampa Bay wurden zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt Schneeflocken gesichtet.

Die ungewöhnlich kalten Temperaturen treffen die in Florida zahlreichen Grünen Leguane besonders hart: Die tropischen Reptilien können ihre Körperwärme nicht selbst erzeugen und sind auf Wärme von außen angewiesen. Sobald das Thermometer unter rund zehn Grad Celsius fällt, werden sie lethargisch.

Der Grund: Fällt das Thermometer unter etwa fünf bis sieben Grad Celsius, geraten die Leguane in eine Starre. Wenn sie dieser Zustand in Bäumen erwischt, verlieren sie den Halt und fallen zu Boden. Medien zeigten Szenen massenhaft abgestürzter Tiere, die reglos auf Straßen, Gehwegen und Vorgärten lagen.

Durch die von Bäumen fallenden Leguane sind auch Menschen verletzt worden, der Bundesstaat Florida führt aber keine offiziellen Zahlen dazu. Die grünen Echsen können bis zu zwei Meter lang werden und wiegen bis zu 9 Kilo.

Ursprünglich stammen die Grünen Leguane aus Mittel- und Südamerika, doch seit den Sechziger Jahren haben sie sich in Vororten von Miami, Fort Lauderdale und Palm Beach als invasive Art breitgemacht. Schätzungen zufolge ist die Zahl auf eine Million Tiere angewachsen. In Florida gelten sie offiziell als Problem, sie stehen auf der Liste besonders schädlicher invasiver Arten, untergraben Dämme und Uferböschungen, zerstören Gärten und Infrastruktur und können Stromausfälle verursachen.

Der Grüne Leguan gilt in manchen Regionen als Delikatesse

Die Naturschutzbehörde FWC empfiehlt den Texanern, erstarrte Leguane von ihren Grundstücken zur Sicherheit nur mit geeigneter Schutzausrüstung zu entfernen und die Tiere in atmungsaktiven Säcken zu offiziell eingerichteten Sammelstellen zu bringen, um sie dort von Fachleuten "auf humane Weise" töten zu lassen.

Manche schwören auf eine andere Methode der Entfernung: der Verwendung als Mittagessen.

In der Karibik, wo die Leguane auch beheimatet sind, werden "pollo de los árboles" genannt – auf Deutsch etwa "Baumhuhn".

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