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Wunderbare Musik: Broadway trauert um Musical-Titan Stephen Sondheim

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Stephen Sondheim erhielt 2018 die Ehrenauszeichnung "Freedom of the City" in London.
Stephen Sondheim erhielt 2018 die Ehrenauszeichnung "Freedom of the City" in London.   -   Copyright  AP Photo/Kirsty Wigglesworth
Von Euronews  mit AFP

Stephen Sondheim, Musical-Legende und Texter der legendären "West Side Story", ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 91 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut.

Er sei plötzlich verstorben, nachdem er am Vorabend mit seinen Freunden Thanksgiving gefeiert hatte, teilte sein Anwalt, F. Richard Pappas, der New York Times mit.

Der am 22. März 1930 in New York geborene Sondheim galt als einer der größten Musicalkomponisten und wurde als "Intellektueller" des Genres gefeiert da er das Kunsttheater der am Broadway so verbreiteten Unterhaltung vorzog.

Er hat unter anderem an "Sweeney Todd", "Gypsy", "Sunday in the Park with George" und "A Little Night Music" als Komponist oder Texter mitgewirkt.

Der Durchbruch gelang ihm 1957, als er im Alter von nur 25 Jahren die Texte zu Leonard Bernsteins Welterfolg "West Side Story" schrieb, seine erste Broadway-Show, die später verfilmt wurde.

Im Laufe seiner langen Karriere gewann der Broadway-Gigant acht Grammy Awards, ebenso viele Tony Awards, einen Oscar sowie einen Pulitzer-Preis.

"Ein schrecklicher Verlust"

Im Jahr 2015 verlieh ihm der damalige US-Präsident Barack Obama die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung.

"Um es einfach auszudrücken: Stephen hat das amerikanische Musical neu erfunden", sagte Obama ins einer Laudatio. "Seine Musik ist so schön, seine Texte so präzise, dass er selbst dann, wenn er die Unzulänglichkeiten des täglichen Lebens darlegt, diese transzendiert".

Stars aus dem Showgeschäft reagierten mit Erschütterung auf Sondheims Tod. "Danken wir dem Herrn, dass Sondheim 91 Jahre alt wurde und Zeit hatte, so wunderbare Musik und Texte zu schreiben! Möge er in Frieden ruhen", twitterte US-Diva Barbra Streisand mit einem Foto mit ihnen beiden.

Die Schauspielerin und Sängerin Anna Kendrick beklagte einen "schrecklichen Verlust". "Vor ein paar Tagen habe ich jemandem erzählt, wie viel Spaß es macht (und wie wirklich schwierig es ist), Stephen Sondheim zu singen. Seine Werke zu interpretieren war eines der größten Privilegien meiner Karriere", reagierte sie auf Twitter.

Der Schauspieler Hugh Jackman drückte seinerseits seine Dankbarkeit gegenüber dem Texter aus. "Von Zeit zu Zeit gibt es eine Person, die ein ganzes Kunstgenre grundlegend verändert. Stephen Sondheim war einer von ihnen. Zu einer Zeit, in der Millionen Menschen um ihn trauern, möchte auch ich meine Dankbarkeit für alles, was er mir und so vielen anderen gegeben hat, zum Ausdruck bringen", schrieb er.

"Von Zeit zu Zeit gibt es eine Person, die ein ganzes Kunstgenre grundlegend verändert."

"Ein Genie, das immer eine Referenz sein wird"

In New York, am Broadway vor dem Bernard Jacobs Theater, begrüßte die britische Regisseurin von "Company - A Musical Comedy" Marianne Elliott "ein Genie, das immer eine Referenz sein wird".

Wenige Tage vor seinem Tod hatte der angesehene Künstler in einem Interview mit der New York Times gesagt, er habe "Glück" gehabt und sei begeistert gewesen, dass seine Stücke immer und immer wieder aufgeführt wurden.