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Ausgrabungsparadies Irak: Forscher kehren wieder nach Larsa zurück

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Mitglieder einer französisch-irakischen archäologischen Expedition in der Ausgrabungsstätte des sumerischen Stadtstaates Larsa
Mitglieder einer französisch-irakischen archäologischen Expedition in der Ausgrabungsstätte des sumerischen Stadtstaates Larsa   -   Copyright  Asaad NIAZI / AFP
Von Euronews  mit AFP

Nach Jahren des Krieges und der Ungewissheit kehren europäische Forscherteams wieder zu ihrer Ausgrabungsstätte im Süden des Iraks zurück.

Gemeinsam mit irakischen Kollegen legen sie jahrtausendealte Kulturschätze des sumerischen Stadt staates Larsa frei, der zu Beginn des zweiten Jahrtausends v. Christus blühte, erklärt der Leiter Mssion, der französische Archäologe Régis Vallet. 

"Larsa liegt nur wenige Kilometer von der heutigen Stadt Nasiriyah entfernt und ist eine der größten Ausgrabungsstätten im Irak. Den neuesten Messungen zufolge umfasste sie mehr als 200 Hektar. Das entspricht der Größe von Paris zur Zeit von König Philipp Augustus, im 12. Jahrhundert".

Ein archäologisches "Paradies"

Larsa sei ein archäologisches "Paradies" für die Erkundung des antiken Mesopotamiens, des Reiches von Akkad. Babylonier, Alexander der Große, die frühen Christen, Perser und Islam haben vielfältige Spuren hinterlassen.

Doch die ebenfalls bewegte moderne Geschichte des Irak mit ihren vielen Konflikten hielt die Archäologen lange Zeit fern. Ibrahim Salman, Archäologe am Deutschen Archäologischen Institut, berichtet: "Nach 2003 war die Arbeit hier teilweise oder zu einem großen Teil unmöglich."

10 ausländische Missionen im Einsatz

Seit der irakische Staat 2017 den "Sieg" über den IS deklarierte, habe sich das Land weitgehend stabilisiert und es ist wieder möglich geworden, in den Irak zu reisen, erklärt Régis Vallet. "Die Franzosen sind 2019 zurückgekehrt und die Briten etwas früher. Die Italiener sind schon 2011 zurückgekehrt."

Das 20-köpfige Team erklärt, es habe bereits "bedeutende Entdeckungen" gemacht, darunter die Residenz eines Herrschers, die anhand von rund 60 Keilschriftplatten identifiziert werden konnte (und die sich inzwischen im Nationalmuseum in Bagdad befinden.

Seit Ende 2021 sind 10 ausländische Missionen in der Provinz Dhi Qar, in der Larsa liegt, wieder im Einsatz.