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Archäologen zeigen: Berlin war einst einmal auf dem Holzweg

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Von Frank Weinert
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Ausgrabungen in Berlin
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Det issn Ding! Von wegen Ku’Damm und Flaniermeile – Berlin hat gerade die älteste Straße ausgegraben. Der Weg aus Holzbohlen ist rund 800 Jahre alt. Wissenschaftler haben mitten in der Hauptstadt die Überreste aus dem Mittelalter entdeckt. In gut 2,50 Meter Tiefe unter der Stralauer Straße am Alexanderplatz blieb sie über Jahrhunderte unentdeckt und vor allem fast unversehrt. Über den Bohlen fanden die Archäologen noch mehrere andere Straßenschichten, die ebenfalls aus dem Mittelalter stammen.

Michael Malliaris leitet die Ausgrabungen: "An dieser Stelle ist er sehr gut erhalten. Eine Straße mit drei Lagen ist noch so zu sehen, wie sie vor 800 Jahren ausgesehen hat. Wir glauben, dass das ganz bestimmte Gründe hat. Zum einen ist diese Straße in einem Gebiet gebaut worden, das nah an der Spree liegt und sehr feucht ist. Und durch das viele Wasser ist wenig Sauerstoff an die Hölzer herangekommen."

Nach Jahrhunderten der Ruhe droht dem historischen Boulevard jetzt das Aus, sagt Michael Malliaris: "Das Meiste wird verschwinden, das wird zerstört werden. Wir werden es natürlich wissenschaftlich beproben. Ein kleines Stück der Straße wollen wir konservieren. Und dann austellen – entweder in einem Museum oder in einem sogenannten archeologischen Fenster damit man sich an die Geschichte dieses Ortes erinnern kann."

Die Berliner waren also nach Gründung ihrer Stadt erstmal auf dem Holzweg. Der war circa sechs Meter breit und wurde aus Eichen-, Kiefer- und Birkenstämmen gefertigt. Ansonsten ist die deutsche Bundeshauptstadt tatsächlich weitgehend auf Sand gebaut. Davon gibt’s in Berlin und Brandenburg reichlich.