Wie politisch muss Kunst sein? Selenskyj spricht bei Berlinale-Eröffnung

Kristen Stewart ist die jüngste Jury-Präsidentin in der Geschichte der Berlinale. 16.02.2023
Kristen Stewart ist die jüngste Jury-Präsidentin in der Geschichte der Berlinale. 16.02.2023 Copyright RONNY HARTMANN/AFP
Von Euronews
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Filme sollten nicht nur unterhalten, sondern auch dazu dienen sich gegenseitig Fragen zu stellen und zusammenzufinden, sagt die Jury-Präsidentin der Berlinale Kristen Stewart.

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"Filme (...) können Menschen inspirieren und beeinflussen, die die Welt verändern können", appellierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei der Eröffnung der Berlinale - und stellte damit das Schicksal in der Ukraine ins Rampenlicht.

"Kultur und Film können sich nicht aus der Politik raushalten, wenn es sich um eine Politik der Aggression, der Massenverbrechen, des Mordes, des Terrors (...) eine Politik des totalen Krieges, wie es die russische ist, handelt", so der ukrainische Präsident der per Videoschalte zum Publikum sprach.

Dass die Berlinale von Haus aus sozusagen konfrontativ ist und man offen für Neues und Vielfalt sein muss, sagte auch die jüngste Jury-Präsidentin der Berlinale, US-Schauspielerin und Regissieurin Kristen Stewart.

Es sei keine Überraschung, dass die Menschen untereinander grausam seien, es käme darauf an, wie man dem begegnet. Und hier spiele der Film eine Rolle, die sich von der Unterhaltung absetze, indem er Fragen aufwirft und Menschen zusammenbringt, so Stewart vor der Presse auf dem roten Teppich der Eröffnungsfeier.

16 Filme im Rennen um den Goldenen Bären

Beim 73. Internationalen Filmfestival in Berlin gehen 16 Filme in das Rennen um den Goldenen Bären, bis 26. Februar werden insgesamt 287 Filme aus 67 Ländern zu sehen seien. 16 Weltpremiere gibt es.

Als Eröffnungsfilm wurde Rebecca Millers "She Came to Me" über einen schwer depressiven Opernkomponisten in der Schaffenskrise gezeigt und vom Publikum mit viel Beifall bedacht.

Proteste für das Klima und iranische Frauen

Auf dem recyclebaren Teppich kam es zu unterschiedlichen Formen des leisen Protests. Zahlreiche Schauspielerinnen machten mit Bannern oder beschrifteter Kleidung auf das Schicksal unterdrückter Menschen im Iran aufmerksam. 

Zeitweise klebten sich auch Klimaaktivisten auf einem Abschnitt des roten Teppichs fest. Allerdings berichteten örtliche Medien, dass die Gäste zu einem großen Teil unbeeindruckt an den Protestierenden vorbeiliefen.

Auf Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, kamen auch zahlreiche Politiker des Bundeskabinetts zur Eröffnung, darunter Wirtschaftsminister Robert Habeck, Innenministerin Nancy Faeser, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir und Familienministerin Lisa Paus. Anlass der Anwesenheit einiger Kabinettsmitglieder war die im Vorfeld angekündigte Ansprache des ukrainischen Präsidenten gewesen.

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