Gustavo Dudamel: Musikalischer Mentor mit Charme und Charisma

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Von Andrea BüringSabine Sans
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In einer neuen Musica-Serie geht es um Gustavo Dudamel. Der weltberühmte Dirigent aus Venezuela und Musikdirektor der Opern in Paris und Los Angeles bringt frischen Wind in die klassische Musik.

Mit dieser Musica-Folge starten wir eine Serie über Gustavo Dudamel. Der weltberühmte Dirigent aus Venezuela und Musikdirektor der Opern in Paris und Los Angeles bringt frischen Wind in die klassische Musik.

Dudamel setzt sich sehr für Jugend-Programme ein. Er wuchs in Venezuela auf und wurde dank des Musikprogramms "El Sistema" zu einem Superstar in der Welt der klassischen Musik. "El Sistema" stellt Kindern aus armen Gemeinden kostenlos Instrumente, Musikunterricht und akademische Unterstützung zur Verfügung.  

2007 riefen Dudamel und das LA Philharmonic Orchestra ein ähnliches Programm in Los Angeles ins Leben, das YOLA (Youth Orchestra Los Angeles) heißt.  

In dieser Musica-Folge geht es um Dudamels zweiwöchiges musikalisches Exzellenz-Programm "Encuentros", das vergangenen Sommer in Los Angeles stattfand. Die Dudamel Foundation und das LA Philharmonic Orchestra brachten über 100 junge Musiker im Alter von 18 bis 26 Jahren aus Amerika, Europa und Asien zusammen - Spitzenmusiker aus einer Vielzahl internationaler, von Jugend- und El Sistema inspirierter Programme. Die Mentoren waren berühmte internationale Musiker aus der ganzen Welt. Musica begleitet Ana Molina aus Spanien, die am "Encuentros"-Programm teilgenommen hat. 

Musikalische Brücken bauen

Gustavo Dudamel, der berühmte Dirigent aus Venezuela, will musikalische Brücken bauen. Bei seiner Initiative "Encuentros" lernen über 100 junge Musiker aus der ganzen Welt in Meisterklassen von den Besten.   

"Musik ist Schönheit, sie schafft Harmonie."
Gustavo Dudamel

"Es ist großartig, mit jungen Menschen zu arbeiten, weil für sie alles neu ist", meint der überragende Dirigent. "Man bekommt mehr von ihnen zurück, als man ihnen gibt. Das ist eine große Bereicherung.“

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Der weltberühmte Dirigent Gustavo Dudameleuronews

Mit Charme und Charisma inspiriert und lehrt der Superstar eine neue Generation von jungen Musikern, mit der Kraft der Musik die Welt zu verbessern. 

In Spanien bereitet sich Ana auf eine Erfahrung vor, die ihr Leben verändern wird. Sie gehört zu den wenigen Glücklichen, die von der Dudamel-Stiftung ausgewählt wurden, um an einem ganz besonderen Programm teilzunehmen.    

"Jetzt, wo es losgeht, kann ich es immer noch nicht fassen. Ich bin super aufgeregt", sagt die Geigenschülerin Ana Molina. "Für mich geht ein Traum in Erfüllung, diese Erfahrung machen zu können. Ich bin sehr aufgeregt, Dudamel zu treffen. Und ich hoffe, dass ich es in vollen Zügen genießen und das Beste daraus machen kann."

100 junge Musiker aus der ganzen Welt nehmen am "Encuentros"-Workshop in Los Angeles teil. Ein Programm, das von dem Maestro ins Leben gerufen wurde, um junge Orchestermusiker zu fördern. Mit seiner Stiftung will Dudamel kulturelle Einheit schaffen sowie mit der Musik Gleichheit, Schönheit und Respekt vermitteln. 

Die Schüler lernen von den Mentoren der Stiftung - herausragenden internationalen Künstlern - in Meisterklassen.  

"Ich werde hier viel lernen und hoffe, dass mir das alles in Zukunft von großem Nutzen sein wird. Wenn ich spiele, wenn ich Lehrerin bin oder Unterricht gebe, wird es mir sehr helfen", meint Ana Molina.

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Der weltberühmte Dirigent Gustavo Dudameleuronews

Träume, die wahr werden

Nach zwei Wochen intensiver Proben und des Zusammenwachsens treten die jungen Musiker in der legendären Hollywood Bowl auf unter der Leitung des weltberühmten Maestros. Auch für Jon Colon aus Puerto Rico geht damit ein Traum in Erfüllung. 

"Gustavo ist ein Energiebündel. Von dem Moment an, in dem er den Raum betritt, verändert sich die Aura. Die ganze Energie und Stimmung im Raum ändern sich. Alle haben auf einmal bessere Laune", schwärmt der Cello-Schüler. "Er hat ein Charisma und eine Kraft, die man sonst bei keinem Dirigenten sieht. Er macht Musik auf eine Art, die den Leuten wirklich Spaß macht, nicht nur den Musikern, sondern auch dem Publikum. Es ist eine unglaubliche Gelegenheit, Gustavo kennenzulernen."

Im Laufe der Jahre haben Hunderte junge Musiker aus ganz Amerika, Asien und Europa an dem Leadership-Programm von Gustavo und seiner Frau María Valverde teilgenommen - und dabei die Kraft der Musik für den sozialen Wandel entdeckt. 

"Die Tatsache, dass die Schüler aus 22 Ländern kommen und im Rahmen des Programms eine Einheit bilden, ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Dinge", sagt Gustavo Dudamel. "Es sind Jugendliche, die aus unterschiedlichen Verhältnissen kommen. Und wenn man zusammen spielt, wachsen Inspiration und Antrieb."

Seine Frau, die Künstlerin María Valverde, fügt an: "Die erste Aufgabe besteht darin, ihnen die Möglichkeit zu geben, an die Musik zu glauben und ihren Träumen zu folgen, diese Erfahrung weiter zu vermitteln. Also die Botschaft zu verbreiten."

Gustavo Dudamel wuchs in Venezuela auf und nahm an einem ähnlichen Programm teil, genannt "El Sistema". Eine Initiative, bei der soziale Verantwortung und Musikalität Hand in Hand gehen. Im Rückblick habe das Programm "sein Leben gerettet": "Ich glaube, dass diese Werte der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Ziele alle Jugendliche zu besseren Weltbürgern machen, die an 'El Sistema' und ähnlichen Programmen teilnehmen."

Programme für junge Musiker

Aufgrund dieser Erfahrung riefen Dudamel und die LA Philharmoniker in Los Angeles ihr eigenes Programm, das YOLA (Youth Orchestra Los Angeles) ins Leben, um benachteiligten Kindern zu helfen. Es kommt rund 1.700 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren an fünf Standorten in Los Angeles zugute. Einer dieser Standorte ist das markante Beckmen YOLA Center in Inglewood, das in einer ehemaligen Bank untergebracht ist und von Frank Gehry entworfen wurde. Es bietet kostenlose Instrumente, Musikunterricht und akademische Unterstützung. Jugendprogramme liegen Gustavo Dudamel am Herzen.  

Heute proben die "Encuentros"-Schüler dort. Trompeter-Schüler Roderick Alvarado: "Die Proben wirken sich positiv auf mich aus, sie geben mir viel Anregung. Durch all diese Erfahrungen habe ich einen neuen Zugang zur Musik gefunden. Es geht nicht um Technik, sondern um Kunst und darum, mit allem, was ich spiele, die Herzen anderer Menschen zu erreichen."

Ana Molina erzählt: "Ich habe hier viele Freunde gefunden, ich hoffe, dass ich mit allen in Kontakt bleibe. Wir alle haben uns schon in den sozialen Netzwerken verlinkt, hoffentlich bleiben wir in Kontakt."

Es sind nur noch ein paar Tage bis zum Hollywood Bowl Konzert. Die Nervosität steigt. In den Meisterkursen geht es um den letzten Schliff. Hornistin und Mentorin Sarah Willis gibt den Studenten letzte Tipps: 

"Besser! Fühlt ihr euch besser? Wenn wir im Konzert nervös sind und wir uns an das Gelernte erinnern, dann arbeitet unser Gehirn automatisch, anstatt oh, oh Hilfe Gustavo!"

"Brücken zu bauen ist ein Teil dessen, was wir hier bei "Encuentros" und "YOLA" tun. Es geht darum, all diese verschiedenen Kulturen zusammenzubringen. Einige von ihnen kommen aus sehr armen und traurigen, aber andere aus privilegierten Verhältnissen, sie haben großartige Lehrer und Konzerterfahrungen, alle lernen voneinander."
Sarah Willis
Hornistin

Auch Trompeter und Mentor Marc Geujon ist mit ganzem Herzen dabei: "Diese Gelegenheit wird sie auf menschlicher Ebene verändern. Es ist aufregend mitzuerleben, wie die Musik, wie dieses Projekt, ihre Art zu leben und ihre Menschlichkeit beeinflussen wird. Deshalb freue ich mich darauf, sie wachsen zu sehen."

Endlich, der große Tag des Auftritts ist gekommen. "Es ist toll, mit jungen Leuten zu arbeiten, weil für sie alles neu ist", findetGustavo Dudamel, für den der Tag auch eine Gelegenheit ist, sich zu erinnern:

"Es erinnert mich an Gustavo, den jungen Gustavo, der mit seinen Freunden zusammensaß und träumte, der davon träumte, den Menschen Freude zu bereiten. Das ist am Ende das Wichtigste."

In der nächsten Folge von Musica verfolgen wir Dudamels spannende Reise als Musikdirektor in Paris.

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