"Bluten ist kein Luxus": Österreich beschließt Halbierung der "Tampon Tax"

Passanten in der Fußgängerzone
Passanten in der Fußgängerzone Copyright Sabine Lange via Pixabay
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button

In Österreich wird die Steuer auf sogenannte Periodenprodukte ab kommenden Jahr statt derzeit 20 Prozent nur noch 10 Prozent betragen.

WERBUNG

In Österreich werden Hygieneartikel wie Binden, Tampons oder auch Menstruationstassen ab dem kommenden Jahr günstiger. Die Steuer auf sogenannte Periodenprodukte wird ab kommenden Jahr statt derzeit 20 Prozent nur noch 10 Prozent betragen. Das hat das Plenum des Nationalrats an diesem Donnerstag beschlossen. 

"Frauen haben bei der Periode keine Wahl und damit auch nicht beim Kauf von Hygieneartikeln. Es sind Produkte des Grundbedarfs, Damenhygiene darf kein Luxus sein." hatte Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) die Entscheidung für eine Steuersenkung begründet. 

Die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, begrüßte die Entscheidung: "Bluten ist kein Luxus, eine Steuer, die nur Frauen zahlen, ist ungerecht. Wir Grüne haben uns hier immer für eine steuerliche Entlastung der Frauen eingesetzt – und setzen das jetzt ganz konkret um."

Österreich zieht damit anderen Ländern nach. So war in Deutschland beispielsweise die Tamponsteuer Ende 2019 von 19 auf sieben Prozent gesenkt worden. 

In Österreich hatten mehr als 30.000 Menschen eine Petition unterstützt, die derartige Hygieneartikel zu Waren des täglichen Gebrauchs zählen und damit eine geringere Besteuerung rechtfertigen, wie es bei Lebensmitteln und Medikamenten der Fall ist. 

Geringer besteuert wurden in Österreich lediglich Kultur- oder Sportveranstaltungen, dort müssen Gäste statt 20 Prozent seit 2016 gerade mal 13 Prozent Steuern bezahlen.

In Europa nimmt Schottland eine Vorreiterrolle ein. Schottland ist eines der ersten Länder, die seinen Bürgerinnen kostenlosen Zugang zu Periodenprodukten ermöglichen wird. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hatte das schottische Parlament erst Ende November verabschiedet.

In den meisten EU-Mitgliedsstaaten werden Damenbinden und Tampons genauso besteuert wie andere Hygieneartikel, oder auch Schmuck und Zigaretten. In Kanada und Australien werden Periodenprodukte nicht besteuert.

Weitere Quellen • Der Standard

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Schottland: Binden und Tampons bald kostenlos erhältlich

Schottlands Parlament beschließt: Freie Tampons und Binden für alle

Gehören die Falklandinseln zu Großbritannien? Neue Umfrage zeigt, dass die Meinungen in Europa auseinandergehen