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Sisak Moslavina in Kroatien will das Silicon Valley des Balkans werden

Von Aurora Velez
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Sisak Moslavina in Kroatien will das Silicon Valley des Balkans werden
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Nach dem Ende des Balkankriegs lag die Wirtschaft Kroatiens am Boden. Dank ausländischer Investitionen und Kreditvergaben erholte sich das Land langsam wieder. Ende 2008 schlitterte Kroatien aufgrund der internationalen Finanzkrise in eine lange Rezession. Seit 2015 geht es dank des starken Tourismus und EU-Förderungen wieder aufwärts.

Radikaler Umbruch der Wirtschaft

Novska im kroatischen Verwaltungsbezirk Sisak Moslavina will das Sillicon Valley des Balkans werden. Vor fünf Jahren startete das europäische Projekt PISMO in der ländlichen Region: zwei Gründerzentren sind auf Videospiele spezialisiert und bilden junge Talente aus. Das Ziel: die Schaffung von Arbeitsplätzen in einem hochmodernen Sektor.

"Vor 30 Jahren gab es hier viel Schwerindustrie", erzählt Andreja Šeperac, Vizedirektorin der regionalen Entwicklungsagentur Simora. "Aber mit dem Balkankrieg und der Finanzkrise brach alles zusammen. Wir überlegten, was können wir tun, um die jungen Leute zu halten. Und wir begannen mit der Arbeit an dieser großen Initiative namens Sisak Moslavina County Center of Gaming Industry. So hat diese Geschichte angefangen."

Fakten & Zahlen

Das PISMO-Gesamtbudget beläuft sich auf 3,36 Millionen Euro, fast 80 Prozent wurden durch die Kohäsionspolitik der Europäischen Union und der Rest durch den Kreis Sisak Moslavina finanziert.

Der EU-Fonds für regionale Entwicklung beteiligt sich mit 2,688057 EUR im Rahmen des Programms "Wettbewerbsfähigkeit und Kohäsion in Kroatien" für den Programmplanungszeitraum 2014-2020.

PISMO hat 67 Unternehmen und Start-ups gefördert, fast dreimal so viele wie zum Start 2017 geplant. Dazu gehört auch das Start-up grow, das eine Brille für Hörgeschädigte entwickelt hat. Die intelligente Brille wandelt Ton in Text um und druckt ihn in Echtzeit als Untertitel auf die Brillengläser. Sobald es genug Investoren gibt, wird sie zu einem Preis von ca. 500 Euro auf den Markt kommen. Der Prototyp wurde dieses Jahr auf der CES in Las Vegas vorgestellt.

"Es gibt ein Richtmikrofon in der Brille, das den empfangenen Ton in eine Cloud sendet", erklärt Mitgründerin Josipa Bencek. "Dort wird er in Text umgewandelt, zurückgesendet und über dieses kleine Gerät auf das Brillenglas gedruckt.“

Stefan Vedrina entwickelt pädagogische Videospiele, unter anderem MOOPIES für die ganz Kleinen. Die Kinder bringen ihren Maskottchen bestimmte Handlungen bei und lernen dabei unter anderem Mathematik. Nach der einjährigen Ausbildung bei PISMO siedelte der Entwickler sein Start-up im Gründerzentrum an. Er erzählt:

"Wir zahlen nur die Miete, keine Nebenkosten. PISMO lädt Investoren aus der Region, aber auch aus ganz Europa ein. Wir haben die Möglichkeit, unsere Ideen - mindestens einmal pro Woche - Investoren vorzustellen. Das eröffnet uns viele Möglichkeiten."

Schüler wie die 15-jährige Lorena kommen oft in die PISMO-Gründerzentren, um zu üben, denn Programmieren steht auf ihrem Lehrplan: "Ich lerne hier seit einem Jahr Programmieren. Ich würde gerne mehr grafische Designs und mehr mit dem Programm 'Blender' machen. Das ist mein Traum. Und jetzt ist er wahr geworden, ich bin so glücklich.