Wegen Erdbeerplantagen: Wichtigstes Feuchtgebiet Europas trocknet aus

Schon seit Jahren geht der Grundwasserspiegel im Nationalpark Doñana dramatisch zurück - dieses Foto wurde im Oktober 2022 aufgenommen.
Schon seit Jahren geht der Grundwasserspiegel im Nationalpark Doñana dramatisch zurück - dieses Foto wurde im Oktober 2022 aufgenommen. Copyright AP Photo
Von Euronews mit afp, dpa
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Der Naturpark Doñana im Süden Spaniens ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas – doch es trocknet aus. Der Grund: Legale und illegale Brunnen werden benutzt, um große Wassermengen abzuzweigen – vor allem für den Anbau von Erdbeeren.

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Der Naturpark Doñana im Süden Spaniens ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas – doch es droht auszutrocknen.

Illegale Brunnen für Erdbeerplantagen

Der Grund: Legale und illegale Brunnen werden benutzt, um große Wassermengen abzuzweigen – etwa für Erdbeerplantagen. Die konservative andalusische Regionalregierung will diese illegal bewässerten Farmen jetzt legalisieren - und das trotz Widerstand von Naturschützern und der EU.

Schon 2021 gab der Europäische Gerichtshof in Luxemburg einer Klage der Kommission gegen Spanien wegen unterlassenen Schutzes des Nationalparks teilweise statt.

Tim McPhie, Sprecher der EU-Kommission, erklärt: "Falls erforderlich, wird die EU-Kommission weitere Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass Spanien dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nachkommt. Aber im Moment prüfen wir erst die Stellungnahmen, die eingereicht werden, und verfolgen die Entwicklungen genau.“

EU-Kommission droht mit Konsequenzen

Zum Weltwassertag am 22. März warnte die EU-Kommission die Regierungen in Andalusien und Madrid und drohte mit einer neuen Klage und Sanktionen.

Die Legalisierung der illegalen Brunnen in und um den gefährdeten Nationalpark sei ein "eklatanter Verstoß" gegen das EuGH-Urteil.

Viele Europaabgeordnete sehen den Schutz des Unesco-Weltkulturerbes Doñana nicht nur als spanische, sondern europäische Angelegenheit – auch weil die Erdbeeren nach ganz Europa verkauft werden. 

Die Linke fordert die Kommission zum Handeln auf. "Wir haben die EU-Kommission noch einmal auf diesen Skandal aufmerksam gemacht. Wir fordern die Umsetzung aller Maßnahmen, zu denen sich die Kommission bereits verpflichtet hat, und wenn nötig auch weitere Schritte, um diesen Mord an der Natur zu stoppen", sagt Sira Rego, eine linke Europaabgeordnete aus Spanien.

Schon seit Jahren geht der Grundwasserspiegel im Nationalpark zurück. Das Feuchgebiet beherbergt eine einzigartige Vielfalt an Ökosystemen und eine reiche, teils bedrohte Fauna und Flora – die Frage ist nur, wie lange noch.

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