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2 Millionen Euro Schaden täglich: Spaniens Einzelhandel unter Diebstahldruck

Raubüberfall auf Supermarkt
Raub in Supermarkt Copyright  Checkpoint Systems
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Von Lucia Blasco
Zuerst veröffentlicht am
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Touristen, volle Geschäfte und organisierte Banden: Zwischen Juni und September werden in Spanien mehr als ein Viertel aller Ladendiebstähle verübt. Der Handel verliert in dieser Zeit rund 760 Millionen Euro.

Mehr Touristen und ein höheres Handelsaufkommen machen die Sommermonate erneut zu einer besonders kritischen Zeit für den spanischen Einzelhandel. Zwischen Juni und September werden 27 Prozent aller Diebstähle des Jahres verübt. Der Branche entstehen dadurch geschätzte Schäden von 760,5 Millionen Euro, wie aus dem von Checkpoint Systems erstellten Barómetro del Hurto en la Distribución Comercial hervorgeht.

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Dem Bericht zufolge belaufen sich die Schäden im Sommergeschäft auf rund zwei Millionen Euro täglich. Die sogenannte unbekannte Verlustquote, zu der Diebstähle, Verwaltungsfehler und Betrug durch Lieferanten zählen, entspricht inzwischen 1,1 Prozent des Umsatzes spanischer Handelsunternehmen.

Carlos Cruz, Vertriebsdirektor von Checkpoint Systems in Spanien, erklärt: "Große Menschenansammlungen und der hohe Kundenandrang im Sommer schaffen ein ideales Umfeld für professionelle Diebe und organisierte Banden." Diese Gruppen erkannten Geschäftsmöglichkeiten sehr schnell. Sie hätten es vor allem auf hochwertige Waren und Produkte mit hoher saisonaler Nachfrage abgesehen, um sie anschließend auf Parallelmärkten weiterzuverkaufen.

Sonnencreme besonders begehrt

Sonnencremes zählen im Sommer zu den am häufigsten gestohlenen Produkten. Es folgen alkoholische Getränke, iberische Spezialitäten, Räucherwaren und Speiseöle. In diesem Jahr registriert der Handel zudem mehr Diebstähle von Trikots der Nationalteams und Sammelbildern. Der Anstieg steht im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft.

Welche Waren besonders häufig gestohlen werden, unterscheidet sich je nach Region. Im Norden haben es Täter vor allem auf alkoholische Getränke, Meeresfrüchte und Wurstwaren abgesehen. Im Landesinneren werden vor allem Konserven, Öle und Alkohol entwendet. Im Süden sind besonders häufig Cremes und Sonnenschutzmittel, Alkohol sowie frischer Fisch betroffen. In der Levante-Region, auf den Balearen und den Kanarischen Inseln zählen auch Kondome und Sonnencremes zu den bevorzugten Diebesgütern.

Mehr Banden, mehr Gewalt

Laut Barometer gehen 35 Prozent der Diebstähle auf organisierte Banden zurück. 51 Prozent werden von Mehrfachtätern begangen, also von Personen, die pro Jahr mindestens drei Diebstähle in Geschäften verüben. Fast die Hälfte dieser Täter ist jünger als 30 Jahre.

Zugleich hat sich das Sicherheitsgefühl im Einzelhandel verschlechtert. 65 Prozent der Unternehmen berichten von einer Zunahme externer Diebstähle im vergangenen Jahr. 74 Prozent stellten außerdem mehr verbale oder körperliche Übergriffe gegen Verkaufspersonal fest.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums wurden im Sommer 2025 mehr als 169.900 Diebstähle registriert. Das entspricht 26,8 Prozent aller im Jahr erfassten Fälle. Zwar lag die Zahl leicht unter dem Wert des Vorjahressommers. Fachleute sehen Ladendiebstahl aber weiterhin als eine der größten Herausforderungen für den Handel – insbesondere in Touristenzielen und Küstenregionen, wo große Menschenmengen Tätern das Vorgehen erleichtern.

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