Die Madrider Universität Complutense will von Begoña Gómez und ihrer Beraterin mehr als 113.000 Euro Entschädigung für eine Computer-Software.
In Spanien steht die Ehefrau von Ministerpräsident Pedro Sánchez weiter in den Schlagzeilen. Die Universität Complutense in Madrid (UCM) fordert, dass Begoña Gómez und ihre Beraterin Cristina Álvarez die Hochschule mit 113.509,32 Euroentschädigen sollte.
Begründet wird dies mit den Verlusten aus Entwicklung und Nutzung der Software, die in einem Strafverfahren untersucht wird. Dieses Verfahren, bei dem es um die Verletzung von Markenrechten und Veruntreuung geht, könnte zu einem Prozess vor einem Schwurgericht führen. Die Staatsanwaltschaft hält dennoch an ihrem Antrag fest, beide Frauen freizusprechen.
Seit 2020 ist Begoña Gómez außerordentliche Professorin für wettbewerbsorientierte gesellschaftliche Transformation an der UCM. Seit 2024 steht die 55-Jährige im Mittelpunkt der juristischen Untersuchung, die sich unter anderem mit Vorwürfen der widerrechtlichen Aneignung geistigen Eigentums befasst.
Der linke spanische Regierungschef steht wegen mehrerer Justizverfahren unter Druck.
Der Streit um die Software - mit politischem Hintergrund?
Die sozialistische Partei PSOE von Pedro Sánchez spricht von einem "politisch motivierten" Vorgehen und hatte dem verantwortlichen Richter "Besessenheit" vorgeworfen.
Die Universität hat ihre Forderung jetzt bei der Audiencia Provincial de Madrid eingereicht. Dort tritt die UCM als geschädigte Partei mit einer zivilrechtlichen Klage auf. Nach Darstellung der Hochschule gilt die im Rahmen des Programms für soziale und wettbewerbliche Transformation entwickelte Software, für die Gómez mit verantwortlich war, als Vermögenswert der Universität, der mit öffentlichen Mitteln und Beiträgen von Partnerorganisationen geschaffen wurde.
Über die finanzielle Entschädigung hinaus verlangt die Uni Complutense, die Eigentumsrechte und die Kontrolle über die Software zurück. Gleiches gilt für alle damit verbundenen Elemente, darunter Quellcodes, technische Dokumentationen, Domains, Zugänge, Zugangsdaten und Verwertungsrechte.
Die Ermittlungen zu den mutmaßlichen Straftaten der Korruption und der unrechtmäßigen Aneignung hatte Richter Juan Carlos Peinado angeordnet, dem politische Motivationen nachgesagt werden. Er sollte im September in den Ruhestand gehen.
Im Juni 2026 wurde Begoña Gómez der Pass entzogen - und sie muss sich regelmäßig bei der Justiz melden. Besonders umstritten war die Aussage von Richter Peinado, die Personenschützer der Ehefrau des Ministerpräsidenten könnten sie bei der Flucht unterstützen. Nicht nur Polizeigewerkschaften kritisierten diese Äußerung.
Die Anklage gegen Begoña Gómez wurde dann jedoch reduziert - auf die der mutmaßlichen Veruntreuung öffentlicher Mittel im Zusammenhang mit der Nutzung der Software und der Ressourcen der Universität.