Laut Staatsanwaltschaft geht es zudem um Recherchen zu Störsendern und darum, dass er angeboten haben soll, den Sabotageakt selbst auszuführen.
Ein 31-jähriger Mann aus Swindon im Süden Englands ist vor einem Gericht in London erschienen. Ihm wird vorgeworfen, Informationen über Drohnenfabriken an Personen weitergegeben zu haben, die mit dem russischen Militärgeheimdienst in Verbindung stehen.
Joshua Cammidge ist in dieser Woche nach dem britischen National Security Act wegen zweier Straftaten angeklagt worden: Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes und Vorbereitung eines Sabotageakts.
Staatsanwaltschaft hat viele Beweise
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft verschickte er Bildschirmfotos von Google Maps. Sie sollen eine Drohnenfabrik und vier weitere Standorte zur Drohnenproduktion in seiner Heimatstadt markieren. Zudem habe er angeboten, selbst einen Sabotageakt auszuführen.
Außerdem soll er nach einem Gerät gesucht haben, das WLAN-Signale stören kann, und die Standorte persönlich ausgekundschaftet haben.
Nach Angaben des Crown Prosecution Service (CPS) soll der Kontakt zu einer Person bestanden haben, die dem sogenannten GRU Volunteer Corps zugerechnet wird. Die Staatsanwaltschaft beschreibt diese Gruppe als von Russlands Militärgeheimdienst GRU gesteuert. Die mutmaßlichen Taten sollen zwischen Ende März und Anfang September dieses Jahres erfolgt sein.
Frank Ferguson, leitender Staatsanwalt der CPS-Abteilung für besondere Straftaten und Terrorismusbekämpfung, sagte: „Der Crown Prosecution Service hat nach Ermittlungen der Antiterrorpolizei entschieden, Joshua Cammidge wegen Verstößen gegen den National Security Act anzuklagen.“
"Unsere Staatsanwälte haben geprüft, ob genügend Beweise vorliegen, um den Fall vor Gericht zu bringen, und ob es im öffentlichen Interesse liegt, ein Strafverfahren zu führen.“
Cammidge äußerte sich vor dem Westminster Magistrates’ Court nicht zu den Vorwürfen und bleibt in Untersuchungshaft. Der Fall liegt nun beim Strafgericht Old Bailey in London; dort soll er am 25. September erneut vor Gericht erscheinen.
Der Fall spielt vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zwischen Russland und dem Vereinigten Königreich. Diese sind bereits durch frühere Vorfälle belastet, darunter die Vergiftung Alexander Litwinenkos im Jahr 2006 und der Nervengiftanschlag auf Sergej Skripal in Salisbury im Jahr 2018.
Großbritannien gehört seit Russlands Einmarsch im Jahr 2022 zu den wichtigsten europäischen Unterstützern der Ukraine. Swindon hat sich zudem zu einem bedeutenden Standort für die Produktion militärischer Drohnen des Vereinigten Königreichs entwickelt, was den Ort nach Medienberichten auch jenseits der britischen Grenzen interessant macht.