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Was steckt hinter der App „Are you Dead?“ und warum boomt sie in China und darüber hinaus

Eine Frau schaut auf ihr Smartphone.
Eine Frau schaut auf ihr Smartphone. Copyright  Canva
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Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am
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Die App kostet rund einen Euro. In der ersten Januarwoche kletterte sie in China zur Nummer eins unter den kostenpflichtigen Apps.

Für Angehörige der Millionen Alleinlebenden kann ein verpasster Anruf oder eine unbeantwortete Nachricht schnell zur Sorge werden.

In China steigt eine Handy-App in den Bezahl-Charts des Apple App Store auf, die prüft, ob Nutzer noch am Leben sind. Sie trifft einen Nerv in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen allein leben.

Die App heißt „Are You Dead?“ und ist auf Mandarin-Chinesisch bekannt. Sie bittet die Nutzer täglich, per Fingertipp auf einen großen grünen Knopf zu bestätigen, dass es ihnen gut geht.

Bleibt die Rückmeldung zwei Tage in Folge aus, verschickt das System automatisch eine E-Mail an den hinterlegten Notfallkontakt der Nutzerin oder des Nutzers.

Im App Store von Apple beschreiben die Entwickler die App als „leichtes Sicherheits-Tool“, gemacht für Alleinlebende, um „durch Check-ins und Notfallkontakte eine unsichtbare Sicherheitsstruktur aufzubauen, damit das Leben allein beruhigender ist“.

Gestartet im vergangenen Jahr als Gratis-App, kletterte sie nach und nach in Apples Bezahlkategorie nach oben. In der ersten Januarwoche wurde sie zur meistgekauften App in China. Der Preis liegt derzeit bei acht Yuan (etwa ein Euro).

International firmiert die App unter dem Namen „Demumu“. Sie gehört inzwischen in den Vereinigten Staaten, in Singapur und in Hongkong zu den zwei meistverkauften Dienstprogrammen. Laut Medienberichten treiben vor allem chinesische Einwandererinnen und Einwanderer die Nachfrage im Ausland.

Die Popularität fällt in eine Phase, in der die Zahl der Alleinlebenden in China stark steigt.

Einem Bericht des Beike Research Institute zufolge, auf den China Daily verweist, dürfte die Zahl der Alleinlebenden in China bis 2030 zwischen 150 und 200 Millionen liegen.

Viele Betroffene „leiden unter starkem Einsamkeitsgefühl, weil ihnen Gesprächspartner fehlen … begleitet von … der Sorge, dass Unvorhergesehenes passiert, ohne dass es jemand merkt“, sagte eines der drei Gründungsmitglieder, das sich Mr Lyu nennt, der Zeitung Financial Times.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft soziale Isolation als Risikofaktor ein: Sie begünstigt Angststörungen, schlechte psychische Gesundheit und eine höhere Sterblichkeit bei älteren Menschen.

Einsamkeit ist auch in Europa weit verbreitet. Laut der EU-Erhebung zur Einsamkeit 2022 fühlt sich mehr als ein Drittel der Europäerinnen und Europäer einsam.

Zudem zeigen EU-Daten 2024, dass mehr als 75 Millionen Haushalte aus alleinstehenden Erwachsenen ohne Kinder bestehen.

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