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Das Okavango-Quellgebiet in Angola: Lebensader für Mensch und Tier

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Das Okavango-Quellgebiet in Angola: Lebensader für Mensch und Tier
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Der Okavango ist der viertlängste Fluss in Afrika. Er fließt aus dem regenreichen angolanischen Hochland ca. 1.600 Kilometer nach Südosten und versickert schließlich in der Sandwüste Kalahari. Er ist eine Lebensader für Mensch und Tier. Das Okavango Delta ist sogar aus dem Weltraum aus sichtbar – es ist Afrikas größtes intaktes Feuchtgebiet. Es erstreckt sich über einen 7.800 Quadratkilometer großen Flickenteppich aus Auen, Kanälen, Lagunen und Tausenden Inseln. 2014 wurde das Okavango Delta in Botswana auf Platz 1000 der UNESCO Weltkulturerbe Liste hinzugefügt.

Das Okavango Wilderness Project von National Geographic

Zusammen mit einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlern leitet der gebürtige Südafrikaner und Naturschützer Steve Boyes im Rahmen des Okavango Wilderness Projects von National Geographic Forschungsexpeditionen durch dieses einzigartige Ökosystem. Die erste Expedition 2015 führte das Team von der „Quelle zum Sand“, 2.400 km den Fluss entlang. Seitdem gab es sieben weitere Expeditionen. Die Erforschung des Quellgebiets mit dem Kanu und dem Mountainbike führt immer wieder zu Begegnungen mit Wildtieren: Flusspferde stoßen die Kanus um, Bienen attackieren die Forschungsstandorte, während Forschungsdaten in Echtzeit übertragen werden. Alles mit dem Ziel, dieses Ökosystem zu erhalten.

In dieser Explore-Angola-Folge entdecken wir eine der unerforschten Regionen Afrikas. Das Quellgebiet für das berühmte Okavango-Delta mit seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt – ausgewiesen als UNESCO-Naturerbe.

Was als Abenteuer auf einem unerforschten Fluss in Angola begann, hat sich zu einer sechsjährigen Mission entwickelt, um eines der letzten intakten Feuchtgebiete der Welt zu erfassen und zu schützen. Ein National-Geographic-Team von Wissenschaftlern, Forschern und Filmemachern hat die vielen angolanischen Flüsse erkundet, die das weltberühmte Okavango-Delta in Botswana mit Wasser versorgen.

Seit 2015 hat das Team des National Geographic Okavango Wilderness Projects Tausende Kilometer auf diesen angolanischen Flüssen zurückgelegt, die eines der letzten intakten Feuchtgebiete der Welt bilden, ein Ökosystem, das größer ist als England:

"Am Anfang hatten wir nur ein Ziel, nämlich Neues zu entdecken", erzählt Dr. Steve Boyes, Projektleiter, National Geographic Okavango Wilderness Project. "Und das ist uns sehr gut gelungen. Wir haben in der Region 13 neue Arten für die Wissenschaft entdeckt. Wir haben Hunderte Arten erforscht, die dort bisher unbekannt waren."

Dokumentation der Artenvielfalt

Dank ihrer Forschungsdaten und Sammlungen hat das Team dazu beigetragen, die Artenvielfalt der Region zu dokumentieren. Für Kerllen Costa, den Landesdirektor des National Geographic Okavango Wilderness Projectis ist "Angola zu entdecken und wissenschaftlich zu dokumentieren ein Traum."

Mit Bildern von Kamerafallen bewies man das Vorkommen von Tieren, die vom Aussterben bedroht sind: Löwen, Geparden, Leoparden sowie afrikanische Wildhunde.

Die erste Expedition sollte eine Flussfahrt werden - doch das Team entdeckte ein sumpfiges Gebiet. 2015 bohrte man in den moorähnlichen Boden und entdeckte Torf - Ablagerungen verrotteter Vegetation. Steve Boyes:

"Wir haben ein Torfgebiet entdeckt, das wahrscheinlich zwischen 35.000 und 40.000 Quadratkilometer groß ist. Das ist das zweitgrößte Torfgebiet in Afrika. Das ist ein riesiger Schwamm, der Wasser in diese Flüsse abgibt."

Torf speichert das Zehnfache seines Gewichts an Wasser, was dafür sorgt, dass das kostbare Nass des Okavango-Quellgebiets weiter fließt, auch wenn der Klimawandel zu trockeneren Jahren führt. Torf bindet auch CO2 aus der Atmosphäre und hilft so, die globalen Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen: "Im Laufe der Entdeckung dieser neuen Dinge, dieser Landschaft, die niemand wirklich kannte, entdeckten wir ihr Potenzial für Schutzgebiete", so der Projektleiter.

Der Schutz des Quellgebiets

Jedes Jahr fließen 2,5 Billionen Liter reines Wasser aus Angola in Botswanas Okavango-Delta. Es ist die Lebensader für Tausende Menschen und unzählige Wildtiere. Aber das Quellgebiet ist nicht vor kommerzieller Entwicklung, Wildtierhandel und Abholzung geschützt.

Das Projektteam arbeitet mit lokalen Gemeinden zusammen, um das gesamte Quellgebiet zu schützen und Angola dabei zu helfen, die Wasserressourcen auf nachhaltige Weise zu nutzen: "Unser Hauptziel ist, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Denn nur so können wir das Wohlergehen dieser Menschen und ihrer Umwelt sicherstellen", so Kerllen Costa.

Das Projekt zum Schutz dieses Ökosystems zeigt auch die weltweite Bedeutung des Südostens von Angola auf. Das Team hat Elefantenspuren entdeckt, die zeigen, dass dort vor weniger als einer Woche ein Elefant gewesen ist.

Viele Angolaner hoffen, dass durch den Schutz und die Schaffung einer nachhaltigen Naturschutzwirtschaft einige der faszinierendsten Tierarten Afrikas in diese Gebiete Angolas zurückkehren.