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Forscher: KI könnte aggressiven Brustkrebs früher erkennen

Forscher: KI-gestützte Brustkrebsfrüherkennung senkt in klinischer Studie Zahl fortgeschrittener Tumoren.
KI-gestützte Brustkrebs-Screenings senken laut klinischer Studie die Zahl fortgeschrittener Tumoren Copyright  Credit: Franka Bruns/AP
Copyright Credit: Franka Bruns/AP
Von Theo Farrant & AP
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In einer Studie mit rund einhunderttausend Frauen entdeckten Programme mit Künstlicher Intelligenz weniger schnell wachsende, schwer behandelbare Brustkrebse.

Künstliche Intelligenz könnte helfen, aggressive Brustkrebserkrankungen früher zu entdecken und überlastete Ärztinnen und Ärzte zu entlasten. Darauf deuten die Ergebnisse einer großen schwedischen Studie zum Mammografie-Screening hin.

Die in The Lancet veröffentlichte Studie untersuchte fast 100 000 Frauen im Alter von 40 bis 80 Jahren. Sie nahmen zwischen April 2021 und Dezember 2022 am nationalen schwedischen Brustkrebs-Screening teil.

Mammografien gelten weithin als wirksamstes Mittel, um Brustkrebs früh zu entdecken und Todesfälle zu senken. Europäische Leitlinien empfehlen, dass jeweils zwei Radiologinnen oder Radiologen die Aufnahmen unabhängig voneinander beurteilen.

Nach Angaben der Forschenden werden jedoch zwischen 20 und 30 Prozent der Brustkrebserkrankungen erst zwischen den routinemäßigen Screenings entdeckt. Diese sogenannten Intervallkarzinome wachsen häufig schneller, sind bei der Diagnose weiter fortgeschritten und lassen sich schlechter behandeln.

Wie lief die Studie ab?

In der Studie wurden die Frauen per Zufall zwei Gruppen zugeteilt. Die eine erhielt das Standardscreening mit zwei Radiologinnen oder Radiologen. In der anderen markierte eine KI verdächtige Bereiche auf den Mammografien, die abschließende Entscheidung traf eine Radiologin oder ein Radiologe.

In der KI-unterstützten Gruppe traten über zwei Jahre elf Intervallkarzinome weniger auf – ein Rückgang um zwölf Prozent im Vergleich zum Standardscreening. Zugleich entdeckten die Ärztinnen und Ärzte dort mehr Tumoren bereits bei den Routineuntersuchungen.

Die Studienautorin Jessie Gommers vom Radboud University Medical Centre betonte, die KI diene als Unterstützung, nicht als Ersatz. „Die KI hebt auffällige Bereiche in der Mammografie hervor und hilft den Radiologinnen und Radiologen so bei der Befundung“, erklärte sie. „Die Entscheidung, ob eine Patientin zurückbestellt wird, treffen aber weiterhin die Radiologinnen und Radiologen.“

Da bei den KI-gestützten Aufnahmen nur eine Radiologin oder ein Radiologe prüfte, sank auch die Arbeitsbelastung. Frühere Auswertungen derselben Studie zeigten bereits eine Entlastung der Radiologinnen und Radiologen um 44 Prozent. Das könne vor allem Kliniken mit Personalmangel helfen, so die Forschenden.

Besonders wichtig sei der Rückgang der Intervallkarzinome, sagte Gommers. „Von diesen Tumoren möchte man möglichst wenige, denn sie gelten als aggressiver und gehen mit schlechteren Behandlungsergebnissen für die Patientinnen einher.“

Im Laufe ihres Lebens erhält etwa eine von 20 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Damit ist dies die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Im Jahr 2022 erkrankten weltweit schätzungsweise 2,3 Millionen Frauen an Brustkrebs, rund 670 000 starben daran. In Europa allein registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO in diesem Jahr fast 558 000 neue Fälle.

Wird KI Ärztinnen und Ärzte ersetzen?

In Teilen Schwedens und Dänemarks kommt KI-gestützte Mammografie bereits zum Einsatz. Forschende betonen jedoch, dass sie die ärztliche Kontrolle noch nicht ersetzen kann und weitere Daten nötig sind.

Auch unabhängige Fachleute mahnen bei einem breiten Einsatz weltweit zur Vorsicht. Die Studienleiterin Olga Oikonomidou, die am Cancer Centre der University of Edinburgh die Brustkrebsforschung verantwortet, sagte, im Versuch sei es vor allem darum gegangen, ob KI Radiologinnen und Radiologen „schneller und effizienter“ arbeiten lasse – nicht darum, sie zu ersetzen.

Sie warnte zudem, dass sich KI-Systeme stark unterscheiden und ähnlich streng geprüft werden müssten wie Medikamente. Eine billige Alternative seien sie nicht.

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