Die Behörden ließen am Mittwoch, dem sechsten Mai 2026, drei Patienten mit Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion vom Kreuzfahrtschiff MV Hondius vor Kap Verde evakuieren. Das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff hat insgesamt 149 Menschen an Bord, darunter 88 Passagiere und 61 Besatzungsmitglieder. Aus Vorsicht darf es nicht im Hafen von Praia anlegen und liegt weiter vor der Küste, bis es zu den spanischen Kanarischen Inseln verlegt werden kann.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bislang acht Fälle registriert, darunter drei bestätigte Infektionen und drei Todesfälle. Unter den Evakuierten sind ein Brite, ein Niederländer und ein Deutscher; sie kamen in Spezialkliniken. Der Vorfall schürt Sorgen über den Umgang mit Infektionskrankheiten auf See.
Das Schiff war am ersten April 2026 in Argentinien gestartet. Es fuhr über die Antarktis und den Südatlantik, bevor am zweiten Mai der Ausbruch gemeldet wurde.
Ärzte behandeln einen ehemaligen Passagier in Zürich, weitere Betroffene liegen in Krankenhäusern in Südafrika. Die verbliebenen Passagiere isolieren sich in ihren Kabinen. Die Kontaktverfolgung läuft in mehreren Ländern weiter, die Behörden stufen das allgemeine Gesundheitsrisiko bislang jedoch als gering ein.
Die meisten Hantaviren stecken Menschen über Kontakt mit Ausscheidungen oder Urin infizierter Nagetiere an und gehen nicht von Mensch zu Mensch über. Das Andes-Orthohantavirus (ANDV) bildet jedoch eine wichtige Ausnahme. Dieser in den aktuellen, mit Südamerika verbundenen Fällen nachgewiesene Virusstamm kann sich durch engen körperlichen Kontakt oder Tröpfcheninfektion von Person zu Person verbreiten. In beengten Umgebungen wie Kreuzfahrtschiffen erhöht das das Risiko für die öffentliche Gesundheit deutlich.