Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Belfast: Proteste gegen Migration hinterlassen Schäden an Wohnhäusern

Video. Großbritannien: Gewalt in Belfast: Häuser brennen, Familien fliehen

Zuletzt aktualisiert:

Am zehnten Juni erwacht Belfast in Trümmern: Fremdenfeindliche Proteste schlagen in Gewalt um, Häuser werden zerstört, Autos brennen, Familien fliehen.

Die Unruhen begannen nach der Festnahme eines 30-jährigen sudanesischen Asylsuchenden, dem nach einer Messerattacke im Norden Belfasts versuchter Mord vorgeworfen wird. Das Opfer, ein Mann in seinen Vierzigern, erlitt schwere Verletzungen im Gesicht, am Rücken und an den Augen; sein linkes Auge verlor er.

WERBUNG
WERBUNG

Über Nacht griff die Gewalt um sich: Vermummte setzten einen Linienbus in Brand, zündeten Autos und Gewerbemüllcontainer an und attackierten Wohn- und Geschäftsgebäude. Drei Häuser brannten vollständig aus. Auch ein Supermarkt mit Waren aus dem Nahen Osten und eine türkische Bar wurden angegriffen. Die Feuerwehr verzeichnete innerhalb von fünf Stunden 256 Notrufe und rückte zu 62 einzelnen Einsätzen aus; zusätzliche Einsatzkräfte sollten die Brände unter Kontrolle bringen.

Einige Familien mussten ihre Häuser unter Polizeischutz verlassen, als die Angriffe zunahmen. Am nächsten Morgen kehrten die Bewohner zurück, um eingeschlagene Fenster, verrußte Gebäude und ausgebrannte Fahrzeuge zu begutachten. Der Anwohner Jamie Corry berichtete, mehrere Familien hätten nicht nur ihre Wohnungen verloren, sondern auch Gegenstände von großem ideellen Wert.

Die Ausschreitungen erfassten mehrere Orte, darunter Ost-Belfast, Portadown, Newtownabbey, Ballyclare, Antrim und Teile von Derry; dort kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. Zwei Polizisten wurden verletzt.

Politische Entscheidungsträger verurteilten die Gewalt scharf. Die Justizministerin Nordirlands, Naomi Long, sprach von „grauenvollen und beschämenden Szenen“. Regierungschefin Michelle O’Neill nannte die Angriffe „reine Schlägertrupp-Methoden“ und „widerliche Feigheit“. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, die Lage nicht weiter anzuheizen und keine Gemeinschaften ins Visier zu nehmen, da die Ermittlungen noch laufen.

Der öffentliche Verkehrsanbieter Translink nahm den Betrieb am 10. Juni wieder auf, warnte Fahrgäste jedoch vor Verspätungen durch Trümmer und Schäden entlang der Strecken. Die Polizei bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft, da weitere Unruhen befürchtet werden.

Unsere Auswahl

WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG