Die Vereinigten Arabischen Emirate vermittelten die Übergabe. Dadurch konnten Kämpfer heimkehren, die in den ersten Wochen der Großoffensive gefangen genommen worden waren.
Russland und die Ukraine haben jeweils 160 gefangene Soldaten ausgetauscht. Beide Regierungen bestätigten den Austausch am Freitag. Es ist der jüngste Gefangenenaustausch seit Beginn der großangelegten Invasion Moskaus vor mehr als vier Jahren.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab den Austausch in sozialen Netzwerken bekannt. „Wir holen weiter Ukrainer aus russischer Gefangenschaft nach Hause. Heute sind 160 Soldaten freigekommen“, schrieb er. Alle seien seit 2022 in Haft gewesen, fügte er hinzu. Selenskyj veröffentlichte Fotos der Heimkehrer, eingehüllt in blau-gelbe Fahnen, lächelnd und einander umarmend.
Auch das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Zahlen. 160 russische Soldaten seien zurückgekehrt, im Gegenzug seien 160 ukrainische Kriegsgefangene übergeben worden, hieß es. Die freigelassenen Russen wurden nach Belarus gebracht, wo sie medizinisch betreut werden.
Abu Dhabi spielt während des gesamten Konflikts eine verlässliche Vermittlerrolle bei Gefangenenaustauschen. Zuletzt vermittelte das Emirat im Mai den Austausch von 205 Gefangenen als Teil eines größeren 1.000-gegen-1.000-Abkommens, das an einen kurzlebigen, von den USA vermittelten Waffenstillstand gekoppelt war, sowie einen Austausch von 314 Gefangenen im Februar nach Gesprächen in Abu Dhabi.
Gefangenenaustausche gehören seit Beginn der Invasion im Februar 2022 zu den wenigen Bereichen praktischer Zusammenarbeit zwischen Kyjiw und Moskau. Gleichzeitig haben sich die Kämpfe an vielen Frontabschnitten weiter verschärft. Die Ukraine macht die Rückkehr ihrer gefangenen Soldaten seit Kriegsbeginn zu einer zentralen Forderung.
Der Austausch vom Freitag fällt in eine Phase, in der Kyjiw seine Angriffe mit größerer Reichweite auf russisches Gebiet ausweitet. Präsident Selenskyj kündigte in dieser Woche eine 40-tägige Druckoperation an, die sich gegen die russische Logistik und militärische Infrastruktur richtet, darunter wiederholte Drohnenangriffe auf Moskau und die besetzte Krim. Von Washington vermittelte Friedensverhandlungen liegen bisher auf Eis; ein formelles Abkommen ist nicht in Sicht.