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Von der Leyen: Europa muss sich auf neue Ära gleichzeitiger Katastrophen einstellen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (Mitte) und Krisen- und Vorsorgekommissarin Hadja Lahbib (links) am Montag, 31. August.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Mitte, und Kommissarin für Krisenvorsorge Hadja Lahbib, links, am Montag, 31. August. Copyright  AP Photo / Virginia Mayo
Copyright AP Photo / Virginia Mayo
Von Marta Pacheco
Zuerst veröffentlicht am
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Die EU-Kommission will den Katastrophenschutz verbessern. Doch das Geld für den Kampf gegen die Klimakrise bleibt knapp.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat gewarnt, die Europäische Union müsse ihren Katastrophenschutz an eine Welt mit immer häufigeren, heftigeren und gleichzeitigen Notlagen anpassen. Die ungewöhnlich frühe Waldbrandsaison habe die nationalen Feuerwehren bereits stark unter Druck gesetzt.

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„Wir müssen auf eine Welt vorbereitet sein, in der extreme Ereignisse immer öfter, an mehr Orten und gleichzeitig auftreten“, sagte von der Leyen im Europäischen Zentrum für die Krisenreaktion, einer Einheit des Katastrophenschutzes der Kommission.

Die Kommissionschefin erklärte, dass sich die Art der Katastrophen verändert. Der Klimawandel macht extremes Wetter unberechenbarer, Krisen treten immer häufiger gleichzeitig auf und können einzelne Staaten überfordern.

Von der Leyen betonte, dass die Waldbrände in diesem Sommer zahlreiche internationale Einsätze ausgelöst haben. Seit April sei der Katastrophenschutzmechanismus der EU bereits zehn Mal wegen Waldbränden ausgelöst worden.

Fast 800 Feuerwehrleute standen vorsorglich in Hochrisikogebieten bereit. Im Sommer waren Teams aus 25 Ländern im Einsatz, nachdem in Europa seit Mai vier Hitzewellen registriert wurden.

Die Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Hadja Lahbib, erläuterte; dass die Behörden in diesem Sommer wegen der Waldbrände rund 300.000 Menschen in Sicherheit gebracht haben.

„Wir haben eine gute Strategie, aber wir müssen sie ausbauen. Der Klimawandel klopft nicht mehr an die Tür, er ist bereits im Raum. Er ist in Europa, und leider sind wir der sich am schnellsten erwärmende Kontinent“, sagte Lahbib.

Das Problem mit dem Geld für Katastrophenschutz

Nach Angaben der Kommission sind in der EU in diesem Jahr mehr als 600.000 Hektar verbrannt. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Angesichts immer häufigerer Klimakatastrophen betonte von der Leyen, es reiche nicht mehr, erst bei Bränden, Überschwemmungen oder Erdbeben Ressourcen zu mobilisieren. Die EU wolle aus jeder Krise Lehren ziehen, um besser vorbereitet zu sein und früher eingreifen zu können.

Die Regierungen der Mitgliedstaaten stehen jedoch finanziell unter Druck. Die Spannungen wachsen, seit die Verhandlungen über den langfristigen EU-Haushalt für den Zeitraum 2027 bis 2034 wieder laufen. Deutschland, Österreich, Dänemark, Finnland, die Niederlande und Schweden drängen auf Kürzungen.

In einem aktuellen Interview mit Euronews räumte Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra die angespannte Haushaltslage ein. Er hält dennoch daran fest, dass Investitionen in Prävention effizienter sind, als immer wieder für Klimaschäden zu zahlen.

„Alle Daten zeigen, dass Investitionen im Voraus deutlich günstiger sind, als sich von Bränden und Überschwemmungen treffen zu lassen und dann für die Schäden zu zahlen. Das kommt einfach viel teurer“, sagte Hoekstra.

Vorbereitung auf hybride Bedrohungen?

Gleichzeitig verändert sich der Ansatz der EU im Katastrophenschutz. Statt nur für einzelne Ereignisse zu planen, wird die Vorbereitung auf mehrere gleichzeitig ablaufende Krisen immer wichtiger.

Neben Überschwemmungen, Waldbränden und anderen Extremwetterereignissen rücken inzwischen auch Cyberangriffe, Sabotage an kritischer Infrastruktur wie Energieanlagen oder Krankenhäusern und andere „hybride“ Bedrohungen in den Fokus. Sie können das Alltagsleben massiv stören, ohne wie ein klassischer militärischer Angriff auszusehen.

Vor Kurzem haben Politikerinnen und Politiker aus Staaten an der Ostflanke der EU Ursula von der Leyen aufgefordert, angesichts wachsender russischer Drohungen gegen die baltischen Staaten rasch zu handeln. Sie schlagen unter anderem die Einsetzung eines neuen hochrangigen Koordinators für die Region vor.

Bereits im März 2025 warnte Lahbib, dass bessere Koordination, Notfallreserven und eine widerstandsfähigere Bevölkerung gebraucht würden. Die Menschen sollten demnach angeleitet werden, mindestens 72 Stunden in ihren Haushalten allein zurechtzukommen.

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