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Havariertes Flüchtlingsschiff: Ermittlungen gegen Besatzung

Havariertes Flüchtlingsschiff: Ermittlungen gegen Besatzung
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Die italienische Justiz ermittelt gegen den Kapitän und einen Matrosen des Flüchtlingsschiffes, das am Sonntag vor Libyen havariert ist. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) geht mittlerweile davon aus, dass bei dem Unglück über 800 Menschen ertrunken sind.

Rocco Liguori, der zuständige Staatsanwalt in Catania, sagte: “Wir haben zwei Personen verhaftet, zwei mutmaßliche Menschenschlepper, die zur Besatzung gehörten. Es handelt sich um den Kapitän des gesunkenen Schiffes und einen Matrosen. Dem Kapitän wird Beihilfe zu illegaler Einwanderung, der Untergang des Schiffes und Totschlag in etlichen Fällen vorgeworfen. Dem Besatzungsmitglied wird Beihilfe zu illegaler Einwanderung zur Last gelegt.”

Zudem besteht der Verdacht, das überladene Flüchtlingsboot sei möglicherweise mit einem Handelsschiff kollidiert, das zu Hilfe kam. Ein Überlebender hatte ausgesagt, zahlreiche Flüchtlinge seien unter Deck eingeschlossen gewesen.

Im Süden Siziliens nahm die Polizei drei weitere mutmaßliche Schlepper fest. Die Syrer hatten 99 Flüchtlinge auf einer ausrangierten Jacht nach Italien gebracht und wollten sie Polizeiangaben zufolge als Touristen getarnt ins Land bringen. Für die Überfahrt auf dem 25-Meter-langen Boot sollen die Flüchtlinge – ausnahmslos palästinensische und syrische Familien – pro Person umgerechnet 8.500 Euro bezahlt haben.