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Chaos in Haiti: Oppositionelle Demonstranten steinigen Milizionäre

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Von Christoph Debets
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Chaos in Haiti: Oppositionelle Demonstranten steinigen Milizionäre

Haiti gleitet weiter ins Chaos ab. Am Freitag griff eine Menschenmenge eine Gruppe ehemaliger Soldaten an, die durch die Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince zogen, und steinigte einen Milizionär zu Tode.

Als die ehemaligen Soldaten an einer Gruppe von oppositionellen Demonstranten vorbeifuhren, entstand ein Wortgefecht, das in eine Straßenschlacht ausartete. Die Demonstranten bewarfen die Soldaten mit Steinen, diese feuerten auf die Menge. Ein Milizionär wurde getötete. Anschließend wurden der Leiche die Stiefel gestohlen. In die Kopfwunde steckten die Demonstranten eine Karte mit dem Bild des Präsidentschaftskandidaten der Regierungspartei, Jovenel Moise.

Einer der Demonstranten, die aus einem Slum stammen, erklärte, man bekämpfe die ehemaligen Militärs, weil sie 2004 Zivilisten getötet hätten, das werde man nie mehr zulassen.

In zwei Tagen scheidet Staatspräsident Michel Martelly aus dem Amt. Ein Nachfolger steht nicht fest. Wegen schwerer Proteste und Betrugsanschuldigungen war die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes in dem karibischen Krisenstaat mehrfach gescheitert. Die Stichwahl um das Präsidentenamt war zuletzt vor rund zwei Wochen erneut abgesagt worden.