Der Börsenboom hat den privaten Haushalten 2025 Rekordgewinne beschert: Der Dax-Anstieg spülte schätzungsweise rund 290 Milliarden Euro in ihre Vermögen.
Deutschlands Privathaushalte sind 2025 erneut reicher geworden. Laut vorläufigen Berechnungen der DZ Bank stieg das nominale Geldvermögen im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent – knapp 600 Milliarden Euro – und überschritt erstmals die Marke von 10 Billionen Euro. 2024 hatte das Vermögen noch um 7,5 Prozent zugelegt.
Der Anstieg ist vor allem auf die hohe Sparbereitschaft der Bevölkerung und die gestiegenen Aktienkurse zurückzuführen. Nach Schätzungen der Bank legten die Deutschen etwa 10,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die Seite – etwas weniger als im Vorjahr, aber weiterhin über dem langfristigen Vor-Corona-Durchschnitt von 10,3 Prozent. Auch die Börse spielte eine wichtige Rolle: Der Dax kletterte 2025 um rund 23 Prozent auf 24.500 Punkte, was den privaten Haushalten geschätzt 290 Milliarden Euro an Kursgewinnen einbrachte.
Trotz der Vermögenszuwächse gibt es laut DZ Bank Faktoren, die das Sparen erschweren. Hohe Unsicherheit, ein "Reformstau", unzureichende Infrastruktur, bürokratische Hürden und die Sorge um Arbeitsplätze in wichtigen Industriebereichen hemmen viele Haushalte, zusätzlich Geld zur Seite zu legen.
Zuletzt war auch die Zahl der überschuldeten Privatpersonen zurückgegangen. Im Jahr 2020 waren noch 6,86 Millionen Privatpersonen überschuldet. 2024 waren es nur noch 5,56 Millionen, so der Creditreform Schuldneratlas.
Die durchschnittlichen Schulden pro Haushalt liegen bei 32.976 Euro, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Das Bruttogeldvermögen liegt bei 58.000 Euro. Hauptursachen für Verschuldung sind Erkrankungen, Sucht oder Unfälle mit 18,1 Prozent, gefolgt von Arbeitslosigkeit mit 17,4 Prozent.