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Ein Jahr nach dem Putsch: Verhaftungswellen in der Türkei

Ein Jahr nach dem Putsch: Verhaftungswellen in der Türkei
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Die Bilanz der politischen Säuberungswelle in der Türkei ist besorgniserregend: Seit dem gescheiterten Putsch vor einem Jahr sind insgesamt 50.510 Menschen festgenommen worden, etwa 170.000 weitere Personen werden gerichtlich verfolgt.
Das bestätigt das türkische Justizministerium.

Über 7000 ehemalige Militärmitglieder und zahlreiche Politiker sind unter den Festgenommenen, darunter auch Hüseyin Avni Mutlu, der ehemalige Gouverneur von Istanbul.

An türkischen Universitäten herrscht ein Klima von Angst und Schrecken. Über 500 Professoren sind entlassen worden. Mehr als 1000 Privatschulen mussten schließen.

Darüber hinaus wurde die Pressefreiheit radikal eingeschränkt.
Mehr als 160 Zeitungen und Fernsehsender mussten schließen, über 150 Journalisten wurden festgenommen. Der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung “Cumhuriyet”, sowie mindestens zwölf leitende Angestellte, wurden verhaftet.

Die meisten der Gerichtsverfahren finden in der Haftanstalt Silivri statt, einem Gefängniskomplex 70 Kilometer westlich von Istanbul.
Die Haftanstalt ist hermetisch abgeriegelt und mit modernster Überwachungstechnik ausgestattet.
Bereits ein Jahr ist seit dem Putschversuch vergangen, doch die Verhaftungswellen dauern weiter an. Erst letzte Woche wurden erste Urteile gefällt, tausende andere warten noch auf ihre Rechtssprechung.

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