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Präsidentschaftswahlen in der Tschechischen Republik: Zeman gewinnt erste Runde

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Präsidentschaftswahlen in der Tschechischen Republik: Zeman gewinnt erste Runde

Präsidentschaftswahlen in der Tschechischen Republik: Zeman gewinnt erste Runde
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REUTERS/David W Cerny
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Bei der Präsidentschaftswahl in der Tschechischen Republik hat Miloš Zeman die erste Runde gewonnen. Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke erhielt der 73-Jährige 39 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent Jiří Drahoš erreichte rund 26,4 Prozent. Die restlichen sieben Bewerber lagen abgeschlagen dahinter. Damit stehen die beiden Kandidaten für die Stichwahl in zwei Wochen fest.

Zeman steht Russland und China besonders nah, außerdem will er die Aufnahme von Flüchtlingen stark begrenzen. Mehr Richtung Westen und EU orientiert sich dagegen der frühere Chemieprofessor Drahoš. Einer Umfrage des tschechischen Fernsehens zufolge kam Zemans starke Persönlichkeit besonders gut an. An dem 68 Jahre alten Drahos schätzen die Wähler Ehrlichkeit und Bildung.

Rund 60 Prozent der 8,4 Millionen Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Es ist erst das zweite Mal, dass die Tschechen ihren Präsidenten in einer direkten Wahl bestimmen. Zuvor wurde der Präsident vom Parlament gewählt.

Barbusiger Protest

Bei Zemans Stimmabgabe hatte sich eine barbusige Aktivistin der ukrainischen Frauenrechtsgruppe "Femen" auf den Politiker geworfen. Auf ihrem Oberkörper trug sie die Aufschrift "Zeman - Putins Schlampe". Zeman hatte sich erst im November mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im russischen Sotschi getroffen. Die Frau wurde von Sicherheitskräften festgenommen und muss sich nun wegen "öffentlicher Ruhestörung" vor Gericht verantworten.

Zeman nahm den Vorfall gelassen. Er fühle sich geehrt, dass ihm die gleiche Ehre wie dem Papst zuteil werde. Eine Femen-Aktivistin hatte im vergangenen Jahr kurz vor der Weihnachtsbotschaft des Papstes versucht, halb nackt aus der Krippe vor dem Petersdom in Rom das Jesuskind zu stehlen.

Die ukrainische Frauenbewegung Femen kämpft für Frauenrechte und ist inzwischen zu einer weltweiten Organisation geworden. Während der Krim-Krise protestierte die Gruppe gegen die russische Besetzung der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel. Zeman hatte die Annexion indes im Oktober als eine vollendete Tatsache bezeichnet.