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Keine Gnade für die Wale

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Keine Gnade für die Wale

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Im Südatlantik wird es kein Walschutzgebiet geben.

Der Antrag wurde bei der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Florianópolis in Brasilien abgelehnt.

Brasilien versucht seit 20 Jahren das Walschutzgebiet durchzusetzen.

Brasiliens Umweltminister Edson Duarte sagte: "Leider waren 75 Prozent der Stimmen nötig, das ist viel, das haben wir nicht geschafft. Aber wir kämpfen weiter für das Walschutzgebiet."

25 Staaten sprachen sich gegen das Schutzgebiet aus. Japan, Norwegen und Island streben gar die Wiederaufnahme der kommerziellen Waljagd an. Unbegreiflich für den Vertreter des Tierschutzes. Patrick Ramage, Direktor für Walschutz beim IFAW, International Fund for Animal Welfare, erklärte: "Ständig werden Arten bis zur Ausrottung bejagt. Und ehrlich gesagt sind diese Tiere nicht das Eigentum bestimmter Staaten."

Brasilien, Argentinien und Südafrika hatten den Antrag eingebracht. Zu den 39 Stimmen für die Einrichtung des Walschutzgebietes zählten neben den Antragstellern die Europäische Union und die Schweiz.

Über die von Japan geforderte Aufhebung des seit 1986 gültigen Walfang-Moratoriums muss bis zum Abschluss der Tagung am Freitag abgestimmt werden.

Zur Debatte steht auch die erlaubte Fangquote für Subsistenzjagd - also das Jagen zur Deckung des Eigenbedarfs - indigener Gruppen in Grönland, Russland, den USA und dem Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen, die aktuell insgesamt knapp 2800 Wale pro Jahr beträgt.

Die betroffenen Staaten wollen eine automatische Erneuerung der Fangquoten über die nächsten sieben Jahre durchsetzen, bei der die ungenützten Quoten teilweise von einem Jahr auf das nächste übertragen werden können. Umweltschutzorganisationen wie Ocean Care fürchten, dass hiermit über den Bedarf der indigenen Gruppen hinweg der kommerzielle Walfang gefördert werden könnte.

Die japanische Delegation hatte angeboten, im Abstimmungsverfahren für das Schutzgebiet eine einfache Mehrheit zu akzeptieren, wenn im Gegenzug der Antrag Japans für Fangquoten gleichfalls mit einfacher Mehrheit angenommen werden könne. Die Befürworter des Schutzgebietes nahmen dieses Angebot aber nicht an.

"Der befürchtete Kuhhandel, den Japan Brasilien offen anbot, ist nicht zustande gekommen", erklärte die Umweltschutzorganisation Pro Wildlife. Dies lasse hoffen, dass Japans Vorschlag, dem kommerziellen Walfangverbot ein Ende zu setzen, ebenfalls scheitern werde.

Aus der Walfangkommission solle eine Walschutzkommission werden, heißt es in der vom Gastgeberland vorgeschlagenen "Florianópolis-Deklaration". "Whale-Watching" sei die einzige nachhaltige Nutzung der Walbestände, die sich bis auf den Status der Zeit der vorindustriellen Bejagung erholen sollten.

Edson Duarte: "Wir kämpfen weiter!"

Nein zum Walschutzgebiet