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Orban trotzt Brüssel und trifft Putin

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Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt an diesem Dienstag den ungarischen Regierungschef Viktor Orban. Während sich die Beziehungen mit der EU nach der Abstimmung des EU-Parlaments zur Einleitung eines Rechtsstaatsverfahrens gegen Ungarn weiter verschlechtern, sucht Orban den Schulterschluss mit Russland. Seit langem spricht er sich außerdem für ein Ende der Sanktionen gegen Moskau aus.

Russland als Vorbild für Ungarn

Gleichzeitig hat Orban sein Land in den vergangenen Jahren nach einem ähnlich autoritären Muster wie Russland umgebaut

Andrey Sidorov von der Lomonossow-Universität erklärt:

"Momentan wenden sich sehr viele politische Kräfte in Europa Russland zu und suchen darin eine Art Alternative zu der globalistischen Ideologie, der globalistischen Kultur. Nicht nur Ungarn, sondern auch ein Teil der französischen Gesellschaft, es passiert auch in Deutschland und Italien. Aber Ungarn hat seine Politik der nationalen Interessen sehr konsequent verfolgt. Für Russland ist das sehr wichtig, weil auch wir unsere nationalen Interessen verteidigen."

"Ungarn ist ein Rammbock für Putin"

Laut Peter Kreko vom ungarischen Think Tank Political Capital Institut ist Ungarn ein strategisch wichtiger Partner für Putin.

"Natürlich haben Russland und Ungarn stark gegensätzliche Beziehungen. Wie das Nachrichtenportal Sputnik einmal bemerkte, sind Ungarn und Viktor Orbán ein Rammbock in den Händen von Moskau und Putin gegen EU-Sanktionen und die Europäische Union. Ein Rammbock ist selten gleichberechtigter Partner bei Verhandlungen. "

Trotz der politischen Isolierung Putins nach der Krim-Besetzung und dem Ukraine-Konflikt hat Orban den russischen Präsidenten schon sieben Mal getroffen, zuletzt im Juli dieses Jahres.