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In Tüten gewickelt: Streit um 11 oder 12 tote Babys

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In Tüten gewickelt: Streit um 11 oder 12 tote Babys

In Tüten gewickelt: Streit um 11 oder 12 tote Babys
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Pixabay CC JamesWahome
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Nach dem Fund mehrerer Leichen von Kleinkindern in einer Klinik der kenianischen Hauptstadt Nairobi haben die Behörden Vorwürfe der Fahrlässigkeit von sich gewiesen.

Die Babys seien wegen Komplikationen während der Geburt gestorben, die Eltern hätten ordnungsgemäß die Sterbeurkunden erhalten, sagte am Dienstag Mahat Jimale, der leitende Gesundheitsbeamte des Bezirks Nairobi.

Die Leichen wurden demnach - in Tüten gewickelt - in Kisten gelegt, weil es in der Geburtsklinik keine Leichenhalle gibt.

Der Gouverneur von Nairobi, Mike Sonko, hatte nach eigenen Angaben Beschwerden über Fahrlässigkeit in der Klinik erhalten und besuchte daraufhin die Einrichtung, wo er zwölf Leichen von Kleinkindern in einem Zimmer fand. Sie seien in Kisten und Papiertüten versteckt worden. Daraufhin habe er drei Führungskräfte der Klinik suspendiert, teilte er auf Twitter und Facebook mit. Jimale sprach jetzt von elf Leichen.

Vertreter von Medizinern warfen der Regierung Misswirtschaft im Gesundheitssektor vor. Die Klinik sei veraltet, und Gelder, die für eine Leichenhalle vorgesehen waren, seien verschwendet worden, kritisierte Thuranira Kaugiria von der Vereinigung kenianischer Mediziner, Apotheker und Zahnärzte. Ärzte müssten diese Probleme dann ausbaden. Die Vereinigung forderte, dass die drei suspendierten Mitarbeiter der Einrichtung wieder eingestellt werden.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Skandalen in kenianischen Gesundheitseinrichtungen. Viele Kliniken in dem ostafrikanischen Land sind veraltet und unterfinanziert.