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Aquarius 2 in Warteposition vor Malta

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Das Rettungsschiff Aquarius 2 mit 58 Migranten und Flüchtlingen an Bord befindet sich immer noch in Wartestellung vor der Mittelmeerinsel Malta. Starker Seegang verhindert den geplanten Transfer der Schutzsuchenden auf ein Schiff der maltesischen Marine. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Italien gab unterdessen eine Pressekonferenz in Rom.

Präsidentin Claudia Lopesani zog eine Zwischenbilanz der Rettungsaktion im Mittelmeer und stellte die gesamteuropäische Flüchtlingspolitik an den Pranger: "Zuvor hatten wir ein System, in dem Menschenleben im Vordergrund standen. Das ist vorbei. Jetzt werden Menschen zu einer Art Geiseln politischer Diskussionen. Dafür tragen alle europäischen Regierungen die Verantwortung."

Die 58 Schutzsuchenden an Bord der Aquarius 2 sollen von Malta aus auf vier EU-Länder verteilt werden. Nach Angaben des Büros des französischen Ministerpräsidenten haben neben Deutschland auch Spanien, Portugal und Frankreich Zusagen gemacht.

Diese Lösung war ausgehandelt worden, nachdem sich die nächstgelegenen Länder Malta und Italien geweigert hatten, das Schiff anlegen zu lassen. Frankreich pochte auf das Prinzip, dass aus Seenot Gerettete in den nächstgelegenen sicheren Hafen gebracht werden. Deutschland will nach Angaben des Innenministeriums in Berlin 15 Menschen aufnehmen.

Weil die Aquarius 2 nicht in Malta anlanden darf, fährt das Rettungsschiff nach dem Ende dieser Mission ins südfranzösische Marseille.