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"MASCOT" erfolgreich auf Asteroiden gelandet

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"MASCOT" erfolgreich auf Asteroiden gelandet

"MASCOT" erfolgreich auf Asteroiden gelandet
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Nach fast vierjähriger Reise hat der deutsch-französische Lander "MASCOT" sein Ziel erreicht, die Oberfläche des Asteroiden Ryugu. Die japanische Raumsonde "Hayabusa2" klinkte das Landegerät von der Größe einer Mikrowelle um 03.58 Uhr deutscher Zeit aus. Aus einer Höhe von 51 Metern fiel MASCOT im freien Fall - langsamer als ein irdischer Fußgänger - auf den Himmelskörper zu.

"Wir werden ein bisschen über die Oberfläche hüpfen und rutschen und dann wird MASCOT zur Ruhe kommen.

Ralf Jaumann (DLR) Wissenchaftlicher Leiter MASCOT

"Es hätte nicht besser laufen können", erklärte MASCOT-Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. "Aus den Betriebsdaten des Landers konnten wir erkennen, dass er sich von der Raumsonde trennte und nach rund 20 Minuten auf der Asteroidenoberfläche zur Ruhe kam."

Damit beginnen für das internationale Team aus Ingenieuren und Wissenschaftler die 16 Stunden, in denen der Lander Messungen auf der Asteroidenoberfläche vornimmt. Die Forscher wollen mit der Mission den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen.

Bereits der Moment der Trennung von der Sonde gehörte zu den Risiken der Mission. Wäre MASCOT nicht wie geplant und getestet ohne Probleme ausgeklinkt worden, hätte das Team auf der Erde kaum Möglichkeiten gehabt, dieses Problem zu beheben. "Doch alles verlief reibungslos."

Wegen der geringen Anziehungskraft des Asteroiden konnte MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout) sanft landen. Ryugu hat einen Durchmesser von nur etwa 900 Metern und nur etwa ein 60 000stel der Erdanziehungskraft. Der sanfte Abstieg war entscheidend gewesen, da MASCOT sonst wegen der geringen Gravitation hätte wie ein Gummiball vom Asteroiden zurückspringen und im All verloren gehen können.

Auf seinen Erkundungstouren wird das kleine Kraftpaket umherhüpfen. Möglich macht das ein eingebauter Schwungarm. Sobald MASCOT die richtige Position habe, werde er anfangen zu messen, erklärt Ralf Jaumann (DLR), Wissenchaftlicher Leiter der Mission.

Der Lander war im Dezember 2014 mit der japanischen Raumsonde "Hayabusa2" ins All gestartet. Deren Mission geht noch eine Weile weiter. Sie soll sich dem Asteroiden so weit nähern, dass sie im Vorbeiflug Material von der Oberfläche einsaugen kann, mit dem sie sich dann Ende 2019 auf den Weg zurück zur Erde macht.