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Joschka Fischer: Für Europa "Himmel und Hölle in Bewegung setzen"

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Joschka Fischer: Für Europa "Himmel und Hölle in Bewegung setzen"

Joschka Fischer: Für Europa "Himmel und Hölle in Bewegung setzen"
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Daniel Cohn-Bendit spricht in Berlin mit dem früheren Außenminister Joschka Fischer und der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen über die deutsche Rolle in Europa und warum sich die Deutschen so schwer damit tun, Verantwortung auf dem Kontinent und in der Welt zu übernehmen.

Fischer: "Wir stehen in der Gefahr, abgehängt zu werden"

Daniel Cohn-Bendit: "Wenn du jetzt Außenminister wärst, ich weiß, dass du es nicht willst, aber wenn du es wärst, was wären die zwei, drei Schritte wo du sagst: Da muss Deutschland klar Positionen zeigen."

Joschka Fischer: "Also wenn ich Außenminister wäre, würde ich versuchen Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um auf Frankreich zuzugehen und Europa voranzubringen. Das ist das A und O. Wir erleben eine Herausbildung einer neuen Weltordnung mit Schwerpunkt Ostasien und Pazifik. Die transatlantische Dimension wird abnehmen. Europa. Alle Megatrends, alle globalen Megatrends: Technologie, Demographie, alles; Machtverteilung, geht gegen uns. Wir stehen in der echten Gefahr abgehängt zu werden. Wir haben noch ein Chance genau, nicht mehr. Und deswegen ist für mich Europa die zentrale Kernfrage. Das A und O."

Deutschland führt Trainingsmission in Mali

Daniel Cohn-Bendit: "Wenn man das Beispiel, letztes Beispiel, Mali nimmt. Am Anfang war ein bisschen wie immer. Man hat entschieden, dass interveniert werden sollte. Die Franzosen sind hingegangen, die Deutschen haben Krankenhäuser gebaut. Jetzt ist es ein bisschen anders. Warum ist es bei so einem Einsatz nicht möglich, dass die deutsch-französische Brigade als solche dort interveniert, denn deswegen wurde sie ja gebildet und ausgebildet."

Von der Leyen: "Ja. Ich bin bei ihnen. Gute Nachricht ist: Die deutsch-französische Brigade geht jetzt im Spätherbst nach Mali und führt die europäische Trainingsmission, also wir setzen sie ein und wir müssen da auch besser werden in diesen gemeinsamen Aktivitäten. Heißt aber auch: Beide Seiten setzen sich zusammen, keiner setzt 100 Prozent durch, sondern mit den Eigenheiten die beide Länder auch haben, müssen wir gemeinsam analysieren, entscheiden und dann auch handeln."

Daniel Cohn-Bendit: "Frau Ministerin, vielen Dank für das Gespräch."

Das gesamte Gespräch von Daniel Cohn-Bendit mit dem ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer und mit jetzigen deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird an diesem Freitag Abend um 22:25 Uhr bei Euronews ausgestrahlt.