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Von Golfball getroffen: Erblindete Zuschauerin erhebt Anklage

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Von Golfball getroffen: Erblindete Zuschauerin erhebt Anklage

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Vor einer Woche wurde die Französin Corine Remande beim Ryder Cup von einem Golfball getroffen. Seither ist sie auf dem rechten Auge blind. Für den misslungenen Abschlag ist der US-Golfer Brooks Koepka verantwortlich. Er wird ihn nach eigenen Worten ewig bereuen, gab beim Turnier allerdings einen Warnruf ab.

Die Wut Remandes richtet sich gegen den Veranstalter: "Der vom Spieler abgegebene Warnruf hätte von den Ordnern ans Publikum weitergeleitet werden müssen. Doch auf den Videos können Sie sehen, dass keiner der Zuschauer eine Schutzhaltung einnimmt. Das heißt, die Information wurde nicht weitergegeben. Für mich ist das unannehmbar", so Remande im Euronews-Interview.

Koepka entschuldigt sich auf Twitter

"Niemand half mir"

Der Organisator wehrt sich, sagt, es habe mehrere "Fore"-Rufe, also Warnrufe gegeben. Corine Remande will die Ryder-Cup-Veranstalter auf Schadensersatz verklagen. "Wir hoffen, dass dadurch die Sicherheit auf den Golfplätzen verbessern wird. Es ist nicht meine Absicht, Golffans davon abzuhalten, sich Spiele anzusehen", sagt die 49-Jährige.

Schockiert ist die Französin über das Verhalten vieler Zuschauer. "Niemand half mir", so Remande. Stattdessen machten die Menschen Fotos. Nach einer Augen-OP bleibt Remande vorerst zur medizinischen Beobachtung bei ihren Eltern in Frankreich. Dann fliegt sie zurück nach Kairo, wo sie mit ihrem Mann lebt.

"Wenn sie Glück hat, wird sie wieder Formen wahrnehmen"

Dieser sagt im Euronews-Gespräch unter Tränen: "Wenn sie Glück hat, wird sie irgendwann wieder Formen wahrnehmen können mit dem Auge, meinen die Ärzte. Ich musste ihr das mitteilen. Ich habe gesagt, sie haben nur wenig Hoffnung für dein Auge.“

Ein ähnlicher Unfall ereignete sich am Donnerstag bei einem Golfturnier in Schottland. Eine Frau wurde von einem Querschläger des Engländers Tyrell Hatton niedergestreckt. Sie erlitt eine Platzwunde an der Stirn.