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Lawrow im Interview: Beweislage im Fall Skripal "grotesk"

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Lawrow im Interview: Beweislage im Fall Skripal "grotesk"

Lawrow im Interview: Beweislage im Fall Skripal "grotesk"
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Im Interview mit euronews bezeichnete der russische Außenminister Sergei Lawrow den Entzug des Stimmrechts für sein Land im Europarat als "illegitim" und die Beweislage im Fall Skripal als "grotesk".

Lawrow: "Einige russische Parlamentarier haben gesagt, dass der Europarat sein eigenes Urteil fällen wird, wenn diese Schmach weiter fortgeführt wird. Ich glaube nicht, dass die Mitgliedschaft im Europarat für Russland wichtiger ist, als für die europäischen Länder. Das ist meine klare Meinung. Wir sind dem Europarat beigetreten, weil er Recht und Humanität im pan-europäischen Raum bewahrt. Diejenigen, die diesen Raum durch ihre illegitimen Handlungen zerstört haben, die der russischen Delegation ihre Rechte nehmen sollen, wissen genau was sie tun, davon bin ich überzeugt. Wir werden ihnen nicht den Gefallen tun, Russland aus dem Europarat auszuschließen - wenn sie das wollen, gehen wir selbst."

Zu den aktuellen Entwicklungen in der Affäre um den vergifteten früheren Doppelagenten Skripal und dessen Tochter sagte er: "Wo ist Julia Skripal? Wo ist Sergei Skripal? Alles was wir bekommen haben, sind der tote Körper einer Katze, eines Hamsters, und, Entschuldigung, einer armen obdachlosen Frau, sowie eine Art Parfümflasche - das ist grotesk."

Der russische Außenminister äußerte sich auch zu den diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien: "Es ist schon komisch, dass die Briten nach Salisbury durch Europa gerannt sind und andere EU-Länder dazu aufgefordert haben, auch Sanktionen zu erheben. Sie haben es geschafft viele, aber nicht alle, davon zu überzeugen, unsere Diplomaten auszuweisen. Jetzt kommen sie wieder mit neuen, schon fast systematischen Sanktionen gegen diejenigen, die gegen das Chemiewaffenverbot verstoßen und die für alle EU-Länder verpflichtend sind. Das Land, das die Europäische Union verlässt, ist verzweifelt dabei, die EU-Politik gegenüber Russland zu beeinflussen."