Eilmeldung

Eilmeldung

500.000 Menschen in London für neues Brexit-Referendum

Sie lesen gerade:

500.000 Menschen in London für neues Brexit-Referendum

500.000 Menschen in London für neues Brexit-Referendum
Schriftgrösse Aa Aa

Hunderttausende Demonstranten fordern auf einem Marsch mitten in London ein zweites Brexit-Referendum. Laut den Organisatoren der Kampagne "People's Vote" nehmen über 570 000 Menschen teil, darunter zahlreiche Familien mit Kindern.

Sie wollen über das endgültige Abkommen zwischen der EU und Großbritannien abstimmen.

An dem Protestzug beteiligen sich auch EU-Befürworter der regierenden Konservativen, und Londons Labour-Bürgermeister Sadiq Khan. Auf Twitter schreibt er, die Demonstration sei ein historischer Moment in der britischen Demokratie.

Sadiq Khan sagt:

"Einige von den vor zwei Jahren gemachten Versprechen sind offensichtlich nicht eingelöst worden. Niemand hatte von einem schlechten Brexit-Deal gesprochen, niemand davon, dass es gar keinen Deal geben könne. Und unter diesen Umständen sollte die britische Öffentlichkeit darüber entscheiden können, ob sie das Ergebnis dieser Verhandlungen akzeptiert. Mit der Möglichkeit, in der EU zu bleiben."

Bei dem Brexit-Referendum 2016 hatten 52 Prozent der Briten für den Austritt aus der EU gestimmt. Darunter der prominente Brexit-Befürworter Nigel Farage, der parallel zur Demonstration in London eine "Leave Means Leave"-Kundgebung in Harrogate, im Norden Englands, leitete. Er sagte:

"Leider hat Theresa May auf dem EU-Gipfel diese Woche zugestimmt, die Übergangszeit um ein weiteres Jahr zu verlängern. Ein weiteres Jahr, in dem wir nicht unsere eigenen Gesetze machen, unsere Grenzen nicht kontrollieren und keinen eigenen Fisch fangen. Und dafür will sie weitere 22,5 Milliarden Euro zahlen. Das Problem ist hier nicht der Brexit. Das Problem ist die Premierministerin."

Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist für Ende März 2019 geplant. Die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen London und Brüssel sind allerdings festgefahren.

Die Unterhändler denken jetzt darüber nach, die bis Ende 2020 geplante Übergangszeit um ein weiteres Jahr zu verlängern.