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Israel verschiebt umstrittenen Abriss von Beduinendorf

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Pläne für den umstrittenen Abriss des Beduinendorfs Khan al-Ahmar im Westjordanland vorübergehend gestoppt. Damit beugte er sich internationaler Kritik und Forderungen von Organisationen wie den Cereinten Nationen und der Europäischen Union.

Aufgeschoben sei aber nicht aufgehoben, stellte Netanjahu auf einer Pressekonferenz klar: "Khan al-Ahmar wird evakuiert werden. Das ist eine Gerichtsentscheidung, das ist unsere Politik und die wird umgesetzt. Ich habe keine Absicht, dies bis in die Unendlichkeit zu verschieben, auch wenn es gegenteilige Berichte gibt, sondern nur für einen kurzen Zeitraum. Der genaue Zeitrahmen, den wir für eine gütliche Evakuierung einplanen, wird vom Sicherheitskabinett festgelegt. Wir bestimmen den Zeitplan. Er wird kurz sein, und ich glaube, dass die Evakuierung auf Freiwilligkeit beruhen wird."

Die rund 200 Bewohner von Khan al-Ahmar feierten die Aussetzung der Evakuierung überschwänglich. Trotz internationaler Kritik hatte Israels Oberster Gerichtshof im vergangenen Monat den Abriss der Siedlung für zulässig erklärt. Netanjahus Regierung ist der Ansicht, die Gebäude im Dorf seien ohne Baugenehmigung errichtet worden.

Der palästinensische Minister Walid Assaf rief die Bewohner von Khan al-Ahmar auf, ihren Kampf gegen einen Abriss fortzusetzen. Bereits am 1. Oktober war ein Ultimatum an die Einwohner abgelaufen, die Siedlung zu verlassen. Seitdem hatten sie täglich mit einem Einschreiten israelischer Behörden gerechnet.