Sizilien: Wie der 15-Jährige versuchte, die kleine Schwester zu retten

Sizilien: Wie der 15-Jährige versuchte, die kleine Schwester zu retten
Von Kirsten Ripper mit Reuters, ANSA
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Viele in Italien sind geschockt nach der Tragödie auf Sizilien. Das Ferienhaus, in dem die beiden Familien starben, war illegal gebaut.

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In Italien ist der Schock groß über den Tod von neun Menschen aus zwei Familien, die auf Sizilien ein Ferienhaus gemietet hatten. Sie kamen ums Leben, als bei Casteldaccia ein Fluss ganz plötzlich über die Ufer trat. Einige vergleichen die dramatische Situation mit einem Tsunami.

Federico (15) hat seine kleine Schwester getragen - nur der Vater hat überlebt

Der Vater, Giuseppe Giordiano, hat das Unwetter überlebt, aber seine Familie verloren. Er erzählt, wie sein 15 Jahre alter Sohn Federico versucht hat, die kleine Schwester zu retten: "Wir sind von Zimmer zu Zimmer gerannt. Mein Sohn Federico hat seine kleine Schwester getragen und gesagt; "Papa, ich halte sie über dem Wasser". Aber plötzlich wurde alles dunkel. Ich habe die Autoschlüssel genommen, aber dann sind die Fenster explodiert, die Wand ist eingestürzt und die Lichter gingen aus."

Im Ferienhaus gestorben sind die kleine Rachele (1 Jahr alt) und der Bruder, der versuchte, sie zu retten. Federico Giordano (15), die Mutter Stefania Catanzaro (32), die Großeltern Antonio Giordano (65) und Matilde Comito (57). Ebenfalls tot sind Francesco Rughoo (3 Jahre alt), seine Mutter Monia Giordano (40). der Onkel Marco Giordano (32) und die Großmutter Nunzia Flamia (65).

Der Bürgermeister hat inzwischen erklärt, dass das Ferienhaus in Casteldaccia schon vor Jahren hätte abgerissen werden sollen, weil es illegal gebaut worden war.

Italiens Innenminister Matteo Salvini und Regierungschef Giuseppe Conte sind in die von den Unwetter am schlimmsten betroffenen Regionen gereist und haben Hilfe versprochen. Salvini machte sich auch vom Hubschrauber aus ein Bild von der Lage und meinte, 40 Milliarden Euro würden gebraucht, um solche Katastrophen in der Zukunft zu vermeiden. 

Auch Regierungschef Giuseppe Conte traf Betroffene und nahm auf Sizilien an einer Krisensitzung teil. Er sprach von einer immensen Trägodie.

Insgesamt kamen bei den seit einer Woche andauernden Unwettern mehr als 30 Menschen ums Leben. In der norditalienischen Provinz Belluno in Venetien wurden ganze Landstriche zerstört.

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