US-Vizepräsident Vance ist am Donnerstag in Mailand eingetroffen. Mit ihm reisten Außenminister Rubio und 300 Sicherheitskräfte, darunter ICE-Agenten. Abends sollte ein Gala-Dinner mit Präsident Mattarella und führenden Politikern aus aller Welt stattfinden.
Der Flug des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, J.D. Vance, landete am Donnerstag nach zehn Uhr auf dem Flughafen Malpensa. Vance reiste zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina an, die am Freitag um 20 Uhr im historischen Milano San Siro Olympic Stadium stattfinden wird.
In Begleitung seiner Frau Usha wurde Vance auf der Landebahn vom Sicherheitsdienst in einem gepanzerten Flugzeug in Empfang genommen, und dann zum Sheraton-Hotel in Gallarate gebracht, von wo aus er nach Mailand weiterreiste.
Auch US-Außenminister Marco Rubio landete am Donnerstag in Mailand, allerdings in einem anderen Flugzeug. Vance und Rubio haben einen engen Zeitplan und werden am Samstag voraussichtlich eine Reihe von bilateralen Gesprächen führen.
Die US-Delegation anlässlich der Winterspiele dürfte wohl die größte vor Ort sein. Eine Flotte von 14 Flugzeugen brachte auch Geheimdienst- und ICE-Agenten nach Italien, die von der Polizei Nocs (Nucleo Operativo Centrale di Sicurezza - Zentrale Sicherheitseinheit) zum Excelsior Hotel Gallia in der Nähe des Hauptbahnhofs von Mailand eskortiert wurden.
Das seit Tagen abgesperrte Luxushotel beherbergt auf vier Etagen dreihundert Sicherheitskräfte (darunter den ehemaligen CIA-Chef Mike Pompeo), zusätzlich zu den kleineren Delegationen aus Katar und Norwegen.
Die US-Athleten werden im Aethos-Hotel in der Gegend von Darsena untergebracht, das in letzter Minute in "Winter House" umbenannt wurde. Der frühere Name 'Ice House' wurde als unpassend empfunden. Die Abkürzung ICE beschreibt die auch wegen der Tötung zweiter US-Bürger in die Kritik geratene Einwanderungs- und Zollbehörde der USA.
Wer ist bei der Eröffnung dabei - und wer bleibt weg?
Die Liste der anwesenden Spitzenpolitiker war zuletzt noch nicht komplett. Jüngst hatte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zugesagt und wird am Freitag auf der Meazza-Tribüne anwesend sein.
So gut wie sicher ist die Abwesenheit des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez, wegen der noch ungewissen Anwesenheit einer Abordnung aus Israel.
Aus Frankreich ist nur die Sportministerin Marie Barsacq akkreditiert, während die Ankunft von Präsident Emmanuel Macron im Meazza am Donnerstag ebenfalls noch ungewiss war.
Die Abwesenheit des britischen Premierministers Keir Starmer ist so gut wie sicher. Prinzessin Anne ist am Montag in Mailand eingetroffen, während Herzog Edward von Edinburgh frühestens am 13. Februar in Malpensa erwartet wird.
Bestätigt sind derzeit vierzehn Staatspräsidenten (Deutschland, Albanien, Polen, Ungarn, Tschechische Republik, Slowakei, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Bulgarien, Estland, Lettland, Finnland, Schweiz und Georgien), acht Ministerpräsidenten (Serbien, Griechenland, Österreich, Niederlande, Finnland und die drei baltischen Republiken) sowie der UN-Generalsekretär Antonio Guterres.
Erwartet werden auch die Königspaare von Belgien, der Niederlande, Norwegens und Schwedens, Prinz Albert von Monaco, der Großherzog von Luxemburg, Emir Al Thani von Katar und Königin Suthida von Thailand. Hinzu kommen Minister, Würdenträger, Parlamentarier und Diplomaten.
Ein großer Teil dieses Kontingents, insgesamt etwa 500 Personen, darunter auch Staatspräsident Sergio Mattarella, wird am Donnerstag an dem von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry organisierten Gala-Dinner in der Fabbrica del Vapore, nur einen Steinwurf vom Corso Sempione entfernt, teilnehmen.
Guterres nutzt Aufmerksamkeit für Kritik
"Wenn das Recht der Macht an die Stelle der Macht des Rechts tritt, sind die Folgen zutiefst destabilisierend". Davor hat jüngst UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einem Interview mit der Zeitung la Repubblica gewarnt.
Guterres verwies auf ein "Paradoxon unserer Zeit": Gerade wenn wir mehr Zusammenarbeit brauchen, "scheinen wir weniger geneigt zu sein, sie zu nutzen und in sie zu investieren". Die Ursache sei ein Geflecht von Faktoren: "Straflosigkeit", die zur Eskalation beitrage, Ungleichheiten, die "die Gesellschaften erschüttern", der Klimawandel, der "Stürme, Waldbrände und den Anstieg des Meeresspiegels auslöst", und "Technologien ohne Leitplanken", die die Instabilität verstärkten.
Eine weitere Schwächung der Widerstandsfähigkeit des Systems seien "dreiste Verstöße" gegen das Völkerrecht und "radikale Kürzungen" bei der Entwicklungs- und humanitären Hilfe, durch die Millionen von Menschen Hunger, Vertreibung und Konflikten ausgesetzt seien.
In seinem Interview mit La Repubblica dankt der Generalsekretär Italien für die von Mattarella ausgeübte Führungsrolle bei der Wiederbelebung des "Olympischen Friedens" und erinnert an die von der UN-Generalversammlung verabschiedete Resolution, in der die Staaten aufgefordert werden, diesen während der Vorbereitung und Durchführung der Spiele einzuhalten.
Das olympische Feuer trifft in Mailand ein
Inzwischen ist die olympische Fackel in Mailand eingetroffen. Um 14.31 Uhr verließ sie das Olympische Dorf, um zunächst durch das Bocconi-Viertel und dann durch das ehemalige Fiera-Viertel getragen zu werden.
Am 6. Februar, in den Stunden vor der Ankunft im San Siro zur Eröffnungsfeier der Spiele, wird die Flamme ikonische und moderne Orte der lombardischen Hauptstadt wie die Navigli, die Piazza Gae Aulenti und den Zentralfriedhof von Mailand durchqueren, bevor sie ihre Reise durch Italien am Arco della Pace beenden wird**.**
Curling und Eishockey bilden Wettkampf-Auftakt
Für die Curling-Sportler haben die Wettkämpfe bereits begonnen. Der amtierende Olympiasieger Italien trat im Eisstadion von Cortina im gemischten Doppel an und besiegte am Vormittag Südkorea im Auftaktspiel mit 8:4.
Am Donnerstagabend sollte Italiens gemischtes Doppel, bestehend aus Stefania Constantini und Amos Mosaner, um 19:00 Uhr gegen Kanada in einem deutlich komplizierteren Wettkampf antreten.
Neben dem gemischten Doppel werden auch die ersten Eishockeyspiele in der Santagiulia-Arena in Mailand erwartet, wobei die Azzurri kurz nach 14 Uhr in der Vorrunde gegen Frankreich antreten. Außerdem stehen die ersten Trainingseinheiten im Skifahren, Skispringen und Rennrodeln auf dem Programm.