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Klinische Studie gibt Hoffnung auf neuen Ebola-Impfstoff

Ein Kleinkind wird gegen Ebola geimpft
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Emma Bangura wurde mit Ebola diagnostiziert, als sie in Sierra Leones Hauptstadt Freetown studierte.

Sie hat den Kampf gegen die Krankheit am Ende gewonnen. Die Erinnerungen daran quälen sie aber noch immer.

"Ebola ist real. Wenn jemand sagt, Ebola sei menschengemacht...nein! Ebola ist real, ein echter Virus. Ich kenne die Auswirkungen von Ebola auf dieses Land...wie viele Menschen Ebola vor meinen Augen zerstört hat", klagt die Überlebende.#

Klinische Studie mit gesunden Freiwilligen

Hier im Herzen der schlimmsten bekannten Ebola-Krise schließen sich jetzt Überlebende wie Emma, Freiwillige, Forscher und Ärzte zusammen, um einen Impfstoff zu entwickeln. Über 1000 gesunde Freiwillige, darunter Erwachsene und Kinder zwischen ein und siebzehn Jahren nehmen an der klinischen Studie teil.

Viele der Ärzte, die jetzt das Experiment überwachen, waren selbst an der Frontlinie während des Ausbruchs. So wie Michael Morlai Kamara von der Universität Sierra Leone: "Es ist eine ziemlich erschreckende Erfahrung, wenn ein Kollege als Ebola-Patient behandelt wird. Und ein paar Tage später ist er oder sie tot. Und du bist genau die Person, die ihn desinfizieren und in den Leichensack packen muss."

Medizinische Forschung auch ohne Stromnetz

Blutproben von Freiwilligen werden in Labors vor Ort untersucht. Die Region ist nicht an das nationale Stromversorgungsnetz angeschlossen. Die Wissenschaftler müssen also Generatoren benutzen, damit ihr High-Tech-Equipment funktionieren kann.

Ken Awuondo, Biomediziner von der London School of Hygiene & Tropical Medicine, betont die zwei wichtigsten Faktoren für einen neuen Impfstoff: "Uns beschäftigt die Sicherheit für den Patienten. Ob der Impfstoff sicher ist, um ihn jemandem zu verabreichen. Und dann schauen wir noch auf die Wirksamkeit. Ob der Impfstoff Wirkung zeigt, ob er funktioniert und die Krankheit verhindert."

Impfdesign aus den Niederlanden

Das Impfsystem, das in Sierra Leone getestet wird, entwickeln Forscher hier in den Niederlanden. Nach diesem System ist eine Kombination von zwei verschiedenen Injektionen nötig.

"Wir haben sehr vielversprechende Ergebnisse aus unseren klinischen Studien. Der Impfstoff ruft starke and anhaltende Immunreaktionen hervor. Wir freuen uns sehr darüber. Mit diesem Datenpaket in den Händen wollen wir jetzt an die Lizenzierung gehen. Das ist eins unserer unmittelbaren Ziele", sagt Kerstin Luhn, Abteilungsleiterin Ebola im Bereich Compound Development bei der Firma Janssen Vaccines.

Eine ausführlichere Studie steht zur Diskussion. Sie würde den Menschen in Hochrisikogebieten neue Hoffnung geben.

Mehr zu der neuen Ebola-Studie sehen Sie im Futuris-Special - auf euronews und euronews.com!