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Rettungsschiff "Aquarius": "Wir kommen wieder"

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Rettungsschiff "Aquarius": "Wir kommen wieder"

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Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée will nach dem
Ende des Einsatzes des Flüchtlingsrettungsschiffes «Aquarius» so schnell wie möglich weitermachen - mit einem neuen Schiff.

Das Schiff sei gezwungen worden, seine Such- und Rettungsaktionen einzustellen, so die Betreiber „Ärzte ohne Grenzen“ ("Médecins Sans Frontières", MSF) und „SOS Méditerranée“.

Seit Oktober steckte es nach der Rettung von 58 Migranten in Marseille fest.

Panama hatte seine Flagge zurückgezogen, und kein anderes Land war bereit, es für die Fahrten im südlichen Mittelmeerraum zu registrieren.

Insgesamt wurde dem Schiff zweimal die Flagge entzogen. Zuletzt warfen italienische Behörden den Nichtregierungsorganisationen (NGO) vor, illegal Müll in Italien entsorgt zu haben und drohten mit der Beschlagnahmung des Schiffs.

Die leitende Notärztin von MSF, Karline Kleijer:

„In der aktuellen Konstellation, mit dem Staatsanwalt in Italien, der das Schiff beschlagnahmen lassen will und gleichzeitig der Suche nach einer Flagge, halten wir es einfach nicht für möglich, dass wir mit diesem Schiff weitermachen können. Was übrigens nicht bedeutet, dass wir nicht mit einem anderen Schiff wiederkommen."

Juni 2018

Seit Februar 2016 hat die Aquarius fast 30.000 Menschen aus dem Meer gerettet.

Annelise Borges, Euronews, berichtete im vergangenen Juni an Bord über die Notlage von mehr als 600 Menschen, gefunden vor der Küste Libyens.

"Und dies sind Menschen, die bereits viel Zeit auf See verbracht haben, sie haben dramatische Rettungen hinter sich und jeder von ihnen kann eine sehr schwierige Geschichte erzählen."

Als der neue Innenminister Italiens, Matteo Salvini, zusammen mit Malta die Einfahrt in Häfen verweigerte, kam es zu einem diplomatischen Streit in Europa.

Nach einer Woche auf See ließ Spanien das Schiff schließlich in Valencia andocken.

"KRIMINALISIERUNG VON HUMANITÄRER HILFE"

"Für uns ist die «Aquarius» natürlich ein großes Symbol gewesen», sagte Verena Papke, Direktorin von SOS Méditerranée Deutschland. Aber es sei am Ende des Tages nur ein Schiff - und Schiffe könne man austauschen. «Das Team steht, die Struktur steht - wir brauchen nur ein Schiff, und dann können wir weitermachen."

"Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht. Dass wir jetzt dazu gezwungen sind, den Betrieb der Aquarius einzustellen, während europäische Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung, Menschen im Mittelmeer zu retten, nicht gerecht werden, ist ein Armutszeugnis für Europa".

su