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Mini-Merz, Paul Ziemiak (33) - das schreibt die Presse

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Mini-Merz, Paul Ziemiak (33) - das schreibt die Presse

Mini-Merz, Paul Ziemiak (33) - das schreibt die Presse
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REUTERS/Fabian Bimmer
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Der neue CDU-Generalsekretär ist ¨Paul Ziemiak (33) ist mit nur 62,8 Prozent gewählt worden. Bei der Wahl zum Chef der "Jungen Union" hatte er zuletzt 91 Prozent erreicht. Ziemiak sprach am Samstag von einem "ehrlichen Ergebnis".

Paul Ziemiak hält es für die dringlichste Aufgabe der neuen Parteiführung, "die Lager wieder zusammenzuführen".

Der in Polen geborene junge Politiker aus dem Sauerland - der in Deutschlandlebt, seit er drei Jahre alt ist - ist ein Freund von Gesundheitsminister Jens Spahn. Ziemiak steht fûr eine konservativere CDU als die der Kanzlerin Angela Merkel.

In seiner Bewerbungsrede legte der 33-Jährige erwartungsgemäß ein klares Bekenntnis zu klassisch konservativen Werten ab. Er forderte eine Erneuerung der Partei mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache. "Wir müssen die Partei des Rechtsstaats sein" Zur AfD abgewanderte Wähler wolle er zurückholen. Diese Absicht hatte auch Merz immer wieder unterstrichen.

Zeit Onlinenennt Ziemiak den auch "Mini-Merz" und schreibt: "Er wird sich profilieren müssen, und das wird nicht ohne Streit mit Kramp-Karrenbauer und auch – wie bisher schon – mit Noch-Kanzlerin Merkel gehen. Immerhin: Ziemiak hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er weiß, wann Schluss ist. "Ich erlebe ihn nicht als Hardliner", sagt ein Präsidiumsmitglied über ihn. Eine Gratwanderung wird sein neuer Job aber wird es mit Sicherheit."

Die taz sieht in Ziemiak einen "General der neuen Härte", das Blatt aus Berlin meint: " In der Debatte um eine Obergrenze für Geflüchtete schlug der Aussiedler-Sohn 2016 einen überraschenden Ton an. Zum einen forderte er im taz-Interview namens der Jungen Union ein Zuwanderungsgesetz. Zum anderen befand er, Deutschland müsse sich „aussuchen können, wer zu uns kommt“. Ziemiak ist ein Vertreter jener CDU-Generation, die die neue Härte ins Politikgeschäft bringt. Es wird nicht zu seinem Nachteil sein."

Die Süddeutsche Zeitung sieht gleich einen Dämpfer für den neuen Generalsekretär:

"Ziemiak war in den vergangenen Wochen auch in einer Zwickmühle. Der 33-jährige Bundestagsabgeordnete hatte jahrelang eng mit Jens Spahn zusammengearbeitet, die beiden gelten als befreundet. Aber dann kandidierte überraschend auch Friedrich Merz für den Parteivorsitz. Und für die Junge Union gab es auf einmal zwei Kandidaten, an denen man besonderen Gefallen fand.

Außerdem kommt Ziemiak, wie Bundesgesundheitsminister Spahn und Ex- Unionsfraktionschef Merz, aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen. Für Ziemiak war das keine einfache Lage, viele warfen ihm vor zu lavieren. Aber was hätte er auch tun sollen? Als Vorsitzender einer Vereinigung musste er seinen Laden zusammenhalten.

Umso größer war bei vielen CDU-Delegierten dann der Unmut, als am Samstagmorgen bekannt wurde, dass Ziemiak sich von der neuen Parteichefin Kramp-Karrenbauer als Generalsekretär vorschlagen lässt. So viel Nähe zu allen drei Kandidaten, das war vielen doch etwas zu gelenkig. Entsprechend schlecht schnitt Ziemiak ab."

Kritik kommt auch von Twitter-Usern.

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