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Schlechte Zeiten für Portwein

Schlechte Zeiten für Portwein
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Seit Jahrhunderten handeln Großbritannien und Portugal mit Portwein. Die großen Portweinmarken - Unternehmen, die hauptsächlich von britischen Familien gegründet wurden, die im 17. Jahrhundert nach Portugal kamen. Krankheiten der Weinreben, Attentate, Revolutionen und die Diktatur - all das haben sie überlebt, jetzt aber kommt eine neue Bedrohung auf sie zu: der Brexit.

Adrian Bridge, Geschäftsführer des Portweinproduzenten Taylor's: "Der Brexit ist eine ernste Bedrohung. Wir spüren in unserem Geschäft, dass das Pfund seit der Abstimmung im Juni 2016 einen Wertverlust von 15 Prozent hatte. Es ist durchaus möglich, dass das Pfund um weitere 15 Prozent fällt, wenn sie mit einem harten Deal aussteigen. Das wäre katastrophal für unser Geschäft, denn der einzige Weg, den Wein weiterhin anbieten zu können, wäre, die Preise anzuheben. Aber ich glaube kaum, dass die britischen Kunden bereit sind, weitere 15 Prozent mehr für ein Glas Port zu zahlen. Unser Ertäge würden sich dann halbieren - und das ist wirklich ernst."

Die Briten mögen Portwein

Großbritannien ist einer der Hautabsatzmärkte für Portwein. Bei Taylor's macht das 25 Prozent des Umsatzes aus.

"Wenn sich unser Geschäft mit Großbritannien wirklich halbieren würde, dann bedeutet das rund 10 Millionen Euro Umsatzeinbuße. Und das ist nicht nur für uns von Bedeutung, sondern für das ganze Douro-Tal hier und für alle unsere Mitarbeiter. Es ist nicht so einfach, einen neuen Markt zu finden, das braucht Zeit. Wenn wir bei dem Vertrag von Frau May bleiben oder ohne Deal aus der EU ausscheiden, wird es mindestens noch vier weitere Jahre Unsicherheit geben, in denen es sehr, sehr schwierig sein wird, Geschäfte zu machen", so Adrian Bridge von Taylor's.

Gilberto Igrejas, Präsident des Port und Douro Wein Instituts, bestätigt die Bedenken der Unternehmen: "Es ist ein ganz wichtiger Punkt für die Portweinproduzenten, diese Unsicherheiten zu klären. Denn viel wichtiger als die Frage, was mit dem Brexit passieren wird, ist für sie, wie sie sich in Zukunft in diesem neuen Markt mit seinen neuen europäischen Richtlinien verhalten sollen."

Als Brüssel und London sich auf den Brexit-Vertrag geeinigt haben, hielt Portugal ihn für gut, weil er die Portweinindustrie schützt. Aber jetzt, da der Vertrag in Gefahr scheint, ist Unsicherheit mehr denn je das Etikett für diesen historischen Handel zwischen Großbritannien und Portugal .