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Neues Leben für Kunststoffflaschen

Neues Leben für Kunststoffflaschen
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Unsere Erde hat ein Plastikproblem. Von den Millionen Tonnen, die hergestellt werden, wird nur ein kleiner Teil, nämlich weniger als zehn Prozent wiederverwertet. Der Rest wird auf Müllkippen geworfen, verbrannt oder landet im Ozean.

„Jedes Jahr werden Tonnen von Flaschen wie diese in Europa verbrannt“, sagt euronews-Reporter Cyril Fourneris. „Hier im italienischen Piacenza bauen Forscher ein Werk, das Abfälle wiederverwerten kann, die zuvor nicht wiederverwendet werden konnten".

„gr3n“ ist ein von Maurizio Crippa gegründetes Unternehmen. Der italienische Erfinder ist überzeugt, dass er den Wertstoffkreislauf schließen kann. Die Herausforderung seiner Mitarbeiter besteht darin, Alltagsgegenstände wiederzubeleben, die bisher als nutzlos galten. Crippa sagt: „Beim mechanischen Wiederverwertungsverfahren können Sie nur mit sehr guten Materialien arbeiten. Es sind Lebensmittelbehälter, normalerweise farblose Flaschen wie diese, aber sie können auch mit farbigen Flaschen arbeiten. Aber diese zum Beispiel ist zu bunt. Sie können damit keine Textilien herstellen. Denn aus der Flasche machen Sie Kleidung, aber aus Kleidung können Sie keine Flaschen herstellen. Mechanische Wiederverwertung sorgt für Nachteile, mit diesem Verfahren werden die Abfallstoffe aufgewertet.“

Sein Unternehmen hat eine Maschine entwickelt, die in der Lage ist, PET-Stoffe von anderen zu trennen. PET ist das in der Bekleidungs- und Verpackungsindustrie am häufigsten verwendete Material. Ingenieur Franco Cavadini erläutert das Verfahren: „Wir sind in der Lage, ein mechanisches System mit einem chemischen Prozess zu kombinieren. Mikrowellen werden in einer einzigen Maschine beschleunigt.“

Einmal gereinigt, ist es möglich, aus der kostbaren Flüssigkeit, reines PET zu gewinnen, das zur Herstellung von Plastik oder Kleidungsstücken verwendet wird. Der Kreis ist geschlossen.

Das Projekt wurde Anfang Dezember in Wien mit dem „Innovation-Radar-Preis" 2018 ausgezeichnet. Tüftler und Unternehmer aus ganz Europa kamen nach Österreich, um ihre Erfindungen und Ideen vorzustellen. „gr3n“ hat das Auswahlgremium überzeugt. Jurymitglied Pia Erkinheimo erklärt:

„Für mich ist die Herausforderung in Europa, den Weg von der Grundlagenforschung zur Anwendung zu finden. Von Forschungseinrichtungen zu größeren Konzernen, von größeren Konzernen zur Geschäftsentwicklung bestimmter Unternehmen und dann zum Vertrieb: Das dauert viel zu lange. Wir müssen in Europa etwas tun. Wir müssen das alles beschleunigen, um wettbewerbsfähig zu sein“, so Erkinheimo.

Die Menge an Kunststoff, die hergestellt wird, ist riesig. Angestrebt wir geringere Abhängigkeit vom Erdöl. Für die Kunststoff- und Bekleidungsindustrie sowie für Wertstoffunternehmen ist es auch eine Geldfrage. Eine Firma wie „gr3n" soll dabei helfen. Und wie? Crippa hat da eine Idee: „Im nächsten Schritt Phase wird eine Industrieanlage mit einer Kapazität von rund 25 000 Tonnen pro Jahr gebaut. Dies kann die Lösung für ein Gebiet mit 2,5 Millionen Einwohnern sein.“

Weitere Informationen zum Unternehmen bietet „gr3n" (in englischer Sprache) auf http://gr3n-recycling.com/