Eilmeldung

Eilmeldung

Forscher bauen Roboter eines Ursauriers: Sein Gang soll zeigen, wie er lebte

Forscher bauen Roboter eines Ursauriers: Sein Gang soll zeigen, wie er lebte
Schriftgrösse Aa Aa

Was haben die Dinosaurier und ihre Vorfahren gegessen? Haben die ersten Landwirbeltiere gejagt oder waren sie Vegetarier? Konnten sie rennen und springen? Wie haben sie sich fortgepflanzt? All das sind Fragen, auf die Forscher seit Jahrzehnten versuchen, Antworten zu finden. Das ist gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass sie meistens nur ein paar versteinerte Knochen untersuchen können oder – mit viel Glück – fossile Fußspuren dazu finden.

Aus derart spärlichen Daten wirklich fundierte Erkenntnisse zu produzieren, erfordert viel Fantasie und immer wieder neue Methoden. Dank modernster Technik ist das heute einfacher geworden: Forscher an der Humboldt-Universität zu Berlin haben jetzt mithilfe von 3D-Druckern und einem selbst gebauten Roboter versucht, die Bewegungen des Dino-Vorfahren Orobates pabsti zu simulieren.

Und wenn man weiß, wie er sich bewegte, kann man noch mehr herausfinden. Beispielsweise ob er rennen konnte, ob Männchen und Weibchen sich zumindest theoretisch paaren konnten. Oder, wie in diesem Fall, wann Wirbeltiere ihr Leben vom Wasser auf das Land verlagerten. In dem Magazin Nature veröffentlichten die Forscher jetzt eine Studie, in der sie beschrieben, dass Landwirbeltiere wahrscheinlich schon viel besser laufen konnten, als bisher angenommen. Das bedeutet: Vermutlich haben sie den endgültigen Schritt aus dem Wasser auf das Land einige Millionen Jahre früher getan, als Wissenschaftler bisher schätzten.

Wie der Roboter OroBOT sich bewegte, sehen Sie oben im Video.

"Schlüsselfossil für das Verständnis von Landwirbeltieren"

Orobates pabsti war ein Landwirbeltier, das vor rund 300 Millionen Jahren im heutigen Deutschland lebte, also rund 65 Millionen Jahre vor den Dinosauriern. Ein besonders vollständiges Skelett wurde 1998 in Thüringen, in der Nähe von Gotha, gefunden. Paläontologen vermuten, dass O. pabsti ein naher Verwandter des letzten gemeinsamen Vorfahrens von Echsen, Schlangen, Schildkröten, Krokodilen, Vögeln und Säugern ist – also auch von uns Menschen. Das Besondere an den Funden in Thüringen ist, dass auch fossile Fußspuren der uralten Kreatur ausgegraben werden konnten. „Eine ältere Verbindung zwischen einer Fährte und einer Tierart ist bislang nicht bekannt“, schrieb die Universität auf ihrer Internetseite.

John Nyakatura ist Evolutionsbiologe an der Humboldt-Universität zu Berlin und erklärt: "Man muss wissen, dass dieses Fossil ein Schlüsselfossil für das Verständnis von Landwirbeltieren ist. Alle Säugetiere und alle Reptilien, einschließlich aller ausgestorbenen Dinosaurier und heutigen Vögel, stammen alle von einem gemeinsamen Vorfahren. Und dieses Fossil ist ein enger Verwandter – ein enger Cousin, wenn man so will – des letzten gemeinsamen Vorfahren dieser großen und erfolgreichen Gruppe von Landwirbeltieren. Wenn wir etwas über dieses Fossil erfahren, dann werden wir etwas über die Herkunft dieser großen Gruppe von Tieren erfahren."