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Beziehungen auf dem Tiefpunkt - Frankreich ruft Boschafter aus Italien zurück

Beziehungen auf dem Tiefpunkt - Frankreich ruft Boschafter aus Italien zurück
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Reuters
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Wochenlange Streitereien zwischen Frankreich und Italien haben sich zu einer handfesten politischen Krise zugespitzt. Paris beorderte seinen Botschafter aus dem Nachbarland für Gespräche zurück.

Zu dem Eklat dürfte ein Treffen des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio mit französischen "Gelbwesten"-Aktivisten beigetragen haben, die gegen Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron demonstrieren.

Das Außenministerium teilte mit, dass "Frankreich seit mehreren Monaten Gegenstand wiederholter Anschuldigungen, unbegründeter Angriffe und unverschämter Aussagen ist und dies seit Kriegsende beispiellos ist".

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sind seit Wochen auf dem Tiefpunkt. Luigi di Maio hatte im Januar Frankreich vorgeworfen, seine ehemaligen Kolonien in Afrika auszubeuten. Matteo Salvini erklärte im Vormonat, Macron sei "ein sehr schlechter Präsident".

Frankreichs Europaministerin Nathalie Loiseau reagierte auf die Anschuldigen kühl und sprach davon, sich nicht auf einen Wettkampf der Beleidigungen einzulassen.

Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini wies die Verantwortung für den Konflikt zurück und teilte nun mit, er wolle keinen Streit und sei bereit, sich mit Präsident Macron und der französischen Regierung an einen Tisch zu setzen um grundlegende Fragen zu diskutieren.

Die populistische Regierung in Italien greift Macron immer wieder an. Neben dem EU-Haushalt hatte es auch Streit über die europäische Flüchtlingspolitik und Rettungsschiffe im Mittelmeer gegeben.

Auch ein gemeinsames Großprojekt ist gefährdet. Rom und Paris sind sich nicht einig, ob die Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Lyon und Turin gebaut oder gestoppt werden soll.