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Mütter "spazieren" in Moskau für Anastasia Schewtschenko

Mütter "spazieren" in Moskau für Anastasia Schewtschenko
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Mehrere hundert Moskauer haben mit einem "Spaziergang" die Freilassung politischer Gefangener in Russland gefordert. Trotz einiger Festnahmen verlief der Spaziergang - wie sie es wegen des Demonstrationsverbots nennen - ruhig.

Sie setzen sich ein für Anastasia Schewtschenko, Menschenrechtsaktivistin der Gruppe "Open Russia" die aus dem Ausland (Schweiz) vom ehemaligen Oligarchen Michail Chodorkowski unterstützt wird.

Michail Chodorkowski, Anastasia Schewtschenko

Sie steht in in der Stadt Pskow im Nordwesten Russlands unter Hausarrest, als Mitglied einer verbotenen Organisation. Viele Demonstranten halten die Anklage für konstruiert. Schewtschenko sei die erste Person, gegen die nach dem Gesetz (von 2015) über "unerwünschte Organisationen" ein Strafverfahren eingeleitet worden sei, heißt es bei Amnesty International. Bei einer Verurteilung drohten Schewtschenko bis zu sechs Jahre Haft.

Die russische Menschenrechtsorganisation „Memorial“ hat Schewtschenko zur politischen Gefangenen erklärt.

Ulya Galyamina, eine der Organisatorinnen des "Spaziergangs":

“Sie hat nur versucht, ihre politische Position zu vermitteln, durch einige unter Beschuss stehende Organisationen, einige Posts in sozialen Netzwerken. Dafür wurde sie festgenommen und unter Hausarrest gestellt, und da blieb sie, selbst nach dem Tod ihres Kindes."

Was viele besonders erzürnt: Schewtschenkos 17jährige Tochter wurde Ende Januar wegen Herzproblemen in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Die Mutter bat darum, zu ihrem Kind gelassen zu werden, doch der Geheimdienst FSB lehnte ab. Am Ende starb das Mädchen, ohne dass sich die Mutter von ihm verabschieden konnte. Dafür machten viele Mütter bei der Demonstration Präsident Wladimir Putin mit verantwortlich.

Galina Polonskaya, Euronews:

„Die Entscheidung, diesen Marsch der mütterlichen Wut zu organisieren, wurde getroffen, als die Tochter von Anastasia Schewtschenko starb. Die Teilnehmer fordern ein Ende der politischen Repression und ein Ende der Geiselnahme von Kindern.“

Viele trugen ein schwarzes Herz auf ihrer Brust. "Das soll unseren Zorn und unsere Trauer über die Verfolgung Andersdenkender ausdrücken, besonders jener, die noch Jugendliche sind", sagte eine Demonstrantin.

Eine Demonstrantin:

“Natürlich möchte ich, dass Schewtschenko freigelassen wird und ein Ende der Verfolgung von Aktivisten des offenen Russlands. Es muss aber auch etwas gegen diese schrecklichen Gesetze und Artikel des Strafgesetzbuchs unternommen werden, die sich in den letzten Jahren im russischen Recht wie eine Pest verbreitet haben und erlauben, dass fast jeder für irgendwas inhaftiert werden kann."

Demonstranten riefen "Der FSB ist der Feind seines eigenen Volkes" und hielten Schilder hoch, die Freiheit für Anastasia Schewtschenko forderten.

su